Weinwissen

Weinlexikon

Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Wein einfach erklärt.

Glossar

Die wichtigsten Begriffe von A bis Z

Wein hat seine eigene Sprache. Hier erklären wir die Begriffe, die in Weinbeschreibungen, auf Etiketten und in Verkostungsnotizen am häufigsten vorkommen – kurz und verständlich.

A

Abbeeren

Abbeeren bezeichnet das Entfernen der Stiele (Rappen) von den Trauben vor der Gärung. Das Gegenteil ist die Verarbeitung mit Rappen bei der Ganztraubenpressung beziehungsweise -vergärung (siehe auch «Ganztraubenpressung / Ganztraubenvergärung», «Rappen»).

Kurz erklärt: Abbeeren ist das Entfernen der Stiele von den Trauben vor der Gärung.

Abgang

Der Abgang beschreibt den Geschmackseindruck, der nach dem Schlucken im Mund zurückbleibt – wie lange und in welcher Qualität die Aromen nachklingen. Ein langer, harmonischer Abgang gilt allgemein als Qualitätsmerkmal, während ein kurzer oder unangenehmer Abgang eher auf einfachere Weine hindeutet.

Kurz erklärt: Der Abgang ist der Geschmackseindruck, der nach dem Schlucken im Mund zurückbleibt.

Abstich

Beim Abstich wird der Wein von seinem Bodensatz (der abgestorbenen Hefe oder anderen Trubstoffen) getrennt, indem er vorsichtig in ein anderes Gefäss umgefüllt wird. Das geschieht während des Ausbaus meist mehrmals und dient dazu, den Wein zu klären und unerwünschte Aromen zu vermeiden.

Kurz erklärt: Beim Abstich wird der Wein von seinem Bodensatz getrennt und in ein anderes Gefäss umgefüllt.

Adstringierend

Adstringierend beschreibt das trocken-zusammenziehende Gefühl im Mund, das vor allem tanninreiche Rotweine auslösen – ein bisschen wie bei starkem, ungesüsstem Schwarztee. Verantwortlich dafür sind die Gerbstoffe (siehe «Gerbstoff / Tannin»), die mit den Proteinen im Speichel reagieren.

Kurz erklärt: Adstringierend beschreibt das trocken-zusammenziehende Mundgefühl, das Gerbstoffe auslösen.

Alkohol

Alkohol, genauer Ethanol, entsteht bei der Gärung, wenn Hefen den Zucker im Traubensaft umwandeln. Er trägt massgeblich zu Körper, Wärme und Haltbarkeit eines Weins bei (siehe auch «Hefe», «Alkoholgehalt»).

Kurz erklärt: Alkohol entsteht bei der Gärung, wenn Hefen Zucker in Ethanol umwandeln.

Alkoholgehalt

Der Alkoholgehalt gibt an, wie viel Volumenprozent Ethanol ein Wein enthält, meist zwischen 11 und 15 Prozent. Er hängt vor allem vom Zuckergehalt der Trauben bei der Ernte ab (siehe auch «Mostgewicht», «Chaptalisation»).

Kurz erklärt: Der Alkoholgehalt gibt in Volumenprozent an, wie viel Ethanol ein Wein enthält.

Alte Reben

Als alte Reben bezeichnet man Rebstöcke, die seit mehreren Jahrzehnten im selben Weinberg wachsen. Die Internationale Organisation für Rebe und Wein setzt die Grenze bei mindestens 35 Jahren an. Im allgemeinen Sprachgebrauch und auf Weinetiketten ist der Begriff jedoch nicht überall einheitlich geregelt.

Ältere Reben bringen häufig weniger, dafür konzentriertere Trauben hervor. Ihre weit verzweigten Wurzeln können zudem helfen, Trockenperioden besser zu überstehen. Das Alter allein ist aber noch kein Qualitätsversprechen: Entscheidend bleiben Standort, Gesundheit der Reben und sorgfältige Arbeit im Weinberg.

Amphore

Eine Amphore ist ein Gefäss aus gebranntem Ton, das für die Gärung und den Ausbau von Wein verwendet wird. Ton gibt dem Wein keine ausgeprägten Holznoten, ist aber – je nach Herstellung und Beschichtung – leicht durchlässig für Sauerstoff. Das kann die Entwicklung von Struktur und Textur beeinflussen.

Besonders bekannt ist die georgische Qvevri: ein grosses, eiförmiges Tongefäss, das traditionell in der Erde vergraben wird. Ton ist also kein neuer Trend, sondern eine der ältesten Formen der Weinbereitung – heute neu entdeckt von Winzerinnen und Winzern, die nach einer Alternative zu Stahl und Holz suchen.

Anreichern

Anreichern ist ein anderer Begriff für das Zusetzen von Zucker zum Most zur Erhöhung des Alkoholgehalts. Mehr dazu unter «Chaptalisation».

Aromatik

Die Aromatik eines Weins umfasst die Gesamtheit seiner Duft- und Geschmacksnoten. Man unterscheidet Primäraromen aus der Traube selbst, Sekundäraromen aus der Gärung und Tertiäraromen, die erst durch Reifung und Ausbau entstehen.

Kurz erklärt: Aromatik bezeichnet die Gesamtheit der Duft- und Geschmacksnoten eines Weins.

Assemblage / Cuvée

Das gezielte Verschneiden mehrerer Rebsorten oder Partien zu einem harmonischen Gesamtwein.

Ausbau

Der Ausbau beschreibt die Zeit zwischen der Gärung und der Abfüllung eines Weins. In dieser Phase entwickelt sich der junge Wein weiter und erhält einen wesentlichen Teil seines späteren Charakters.

Ausgebaut werden kann im Edelstahltank, Holzfass, Betonei, Tongefäss oder in anderen Behältern. Auch die Dauer des Ausbaus, der Kontakt mit der Feinhefe und der Umgang mit Sauerstoff spielen eine Rolle. Edelstahl bewahrt meist Frische und Frucht, während Holz je nach Grösse und Alter des Fasses zusätzliche Struktur und Aromen geben kann. Der Ausbau formt den Stil – er macht einen Wein aber nicht automatisch besser. 

Ausbruch

Ausbruch ist eine österreichische Süssweinspezialität aus edelfaulen und überreifen Trauben, traditionell vor allem aus Rust im Burgenland. Er zählt zu den Prädikatsweinen und liegt qualitativ zwischen Beerenauslese und Trockenbeerenauslese (siehe auch «Edelfäule», «Prädikatswein»).

Kurz erklärt: Ausbruch ist eine österreichische Süssweinspezialität aus edelfaulen Trauben, traditionell aus Rust.

Auslese

Auslese ist eine Prädikatsstufe für Weine aus sorgfältig handverlesenen, reifen bis überreifen Trauben mit erhöhtem Zuckergehalt. Sie steht in der klassischen Prädikatsleiter über der Spätlese und unter der Beerenauslese (siehe auch «Prädikatswein», «Handlese»).

Kurz erklärt: Auslese ist eine Prädikatsstufe für Weine aus handverlesenen, überreifen Trauben.

Autochthone Rebsorten

Autochthone Rebsorten sind Rebsorten, die eng mit einer bestimmten Region verbunden und dort seit langer Zeit beheimatet sind. Das bedeutet nicht zwingend, dass sie genau dort entstanden sein müssen. Entscheidend ist ihre historische und kulturelle Verwurzelung im jeweiligen Weinbaugebiet.

In Österreich gehören dazu beispielsweise Rotgipfler, Zierfandler, Neuburger oder Blaufränkisch. Solche Sorten sind besonders spannend, weil sie Weinen eine unverwechselbare regionale Identität geben können. Im Gegensatz dazu werden sogenannte internationale Rebsorten wie Chardonnay oder Cabernet Sauvignon in zahlreichen Weinländern angebaut. 

Kurz erklärt: Autochthone Rebsorten sind Reben, die seit Jahrhunderten in einer bestimmten Region beheimatet sind und sie kulinarisch unverwechselbar machen.

B

Barrique

Kleines Eichenholzfass, meist mit 225 Liter Inhalt. Verleiht dem Wein Röst-, Vanille- und Gewürznoten sowie zusätzliche Struktur.

Beerenauslese

Beerenauslese bezeichnet eine hohe Prädikatsstufe für Süssweine aus einzeln verlesenen, meist von Edelfäule befallenen Beeren. Sie steht zwischen Auslese und Trockenbeerenauslese (siehe auch «Auslese», «Edelfäule», «Prädikatswein»).

Kurz erklärt: Beerenauslese ist eine Prädikatsstufe für Süssweine aus einzeln verlesenen, edelfaulen Beeren.

Begrünung

Begrünung bezeichnet die gezielte Bepflanzung der Rebzeilen mit Gräsern oder Kräutern statt offenem Boden. Das fördert Bodenleben und Wasserspeicherung und reduziert Erosion, kann bei Trockenheit aber auch mit den Reben um Wasser konkurrieren.

Kurz erklärt: Begrünung ist die Bepflanzung der Rebzeilen mit Gräsern oder Kräutern statt offenem Boden.

Belüften

Belüften bedeutet, einen Wein gezielt mit Sauerstoff in Kontakt zu bringen, damit er sich «öffnet» und seine Aromen freier entfalten kann. Das geschieht meist beim Umfülen in eine Karaffe oder durch Schwenken im Glas (siehe auch «Dekantieren»).

Kurz erklärt: Belüften bringt Wein gezielt mit Sauerstoff in Kontakt, damit er sich öffnet.

Betonei

Ein Betonei ist ein eiförmiges Gärgefäss aus Beton, das durch seine Form für eine natürliche Zirkulation des Weins während der Gärung sorgt. Es wird zunehmend als Alternative zu Holzfass oder Edelstahltank für einen möglichst neutralen, aber texturbetonten Ausbau eingesetzt (siehe auch «Edelstahltank», «Holzfass»).

Kurz erklärt: Ein Betonei ist ein eiförmiges Betongefäss, das für eine natürliche Zirkulation des Weins während der Gärung sorgt.

Biodynamie

Biodynamischer Weinbau ist eine besonders strenge Form des biologischen Landbaus, die auf die Lehren von Rudolf Steiner aus den 1920er-Jahren zurückgeht. Neben dem Verzicht auf synthetische Pestizide und Kunstdünger gehören dazu Präparate aus Kräutern, Mineralien und tierischen Substanzen sowie eine Ausrichtung der Arbeiten im Weinberg und Keller nach dem Mondkalender.

Nicht jeder Bestandteil der Methode lässt sich wissenschaftlich erklären, unter Winzerinnen und Winzern gilt Biodynamie aber vor allem als Ausdruck besonders sorgfältiger, ganzheitlicher Arbeit im Weinberg. Zertifiziert wird sie meist über Siegel wie Demeter oder Respekt-Biodyn. Viele Betriebe berichten von gesünderen Böden, widerstandsfähigeren Reben und mehr Ausdruckskraft in ihren Weinen.

Kurz erklärt: Biodynamie ist eine besonders strenge Form des biologischen Weinbaus mit Naturpräparaten und einem Mondkalender.

Biologischer Säureabbau (BSA)

Der biologische Säureabbau, kurz BSA, ist ein zweiter Gärprozess, bei dem Milchsäurebakterien die schärfere Apfelsäure im Wein in mildere Milchsäure umwandeln. Das verleiht dem Wein oft eine cremigere, rundere Textur – bei vielen Rotweinen Standard, bei frischen Weissweinen meist unerwünscht.

Kurz erklärt: Beim BSA wandeln Milchsäurebakterien scharfe Apfelsäure in mildere Milchsäure um.

Blaufränkisch

Blaufränkisch ist eine spätreifende, dunkelschalige Rotweinsorte und eine der wichtigsten autochthonen Rebsorten Österreichs. Ihre Herkunft wird im Grenzgebiet zwischen dem heutigen Slowenien und der Steiermark vermutet; in Deutschland ist sie auch als Lemberger bekannt.

Blaufränkisch ergibt vielschichtige, tanninbetonte Rotweine mit Aromen von dunklen Kirschen, Pfeffer und Gewürzen sowie gutem Lagerpotenzial. Die grössten Anbauflächen liegen im Burgenland, allen voran im Mittelburgenland, das sich selbst «Blaufränkischland» nennt.

Kurz erklärt: Blaufränkisch ist Österreichs wichtigste rote Rebsorte und liefert kräftige, gut lagerfähige Rotweine.

Blindverkostung

Bei einer Blindverkostung wird ein Wein verkostet, ohne dass Etikett, Rebsorte, Herkunft oder Preis bekannt sind. Ziel ist, den Wein ausschliesslich nach dem zu beurteilen, was tatsächlich im Glas ist – unbeeinflusst vom Namen oder Image einer Flasche.

Profis nutzen Blindverkostungen, um Weine objektiver einzuschätzen. Aber auch für Einsteigerinnen und Einsteiger ist sie ein gutes Training: Wer in Worte fassen muss, was er schmeckt, nimmt bewusster wahr, als wenn man einfach nur trinkt. Selbst erfahrene Fachleute liegen dabei häufig daneben – ein Beleg dafür, wie stark Erwartung und Wissen unsere Wahrnehmung sonst beeinflussen.

Kurz erklärt: Bei einer Blindverkostung wird Wein ohne Kenntnis von Etikett oder Preis rein nach Geschmack beurteilt.

Bordeaux-Klassifikation von 1855

Die Bordeaux-Klassifikation von 1855 ist ein Rangsystem für die Weingüter (Châteaux) des Médoc sowie für Sauternes und Barsac, erstellt anlässlich der Pariser Weltausstellung auf Anweisung Napoleons III. Grundlage waren die damals am Markt erzielten Verkaufspreise: Rotweine wurden in fünf Kategorien (Crus) eingeteilt, Weissweine in drei.

An der Spitze stehen die «Premiers Crus», ursprünglich nur vier Châteaux. 1973 wurde als bislang einziges Mal ein Weingut nachträglich hochgestuft. Bis heute gilt die Klassifikation weitgehend unverändert – und war massgeblich dafür verantwortlich, dass Herkunft und Lage im Weinbau zu eigenständigen Marken wurden.

Kurz erklärt: Die Klassifikation von 1855 ist das bis heute gültige Rangsystem für die besten Weingüter des Médoc, Sauternes und Barsac.

Botrytis

Botrytis cinerea ist ein Pilz, der Weintrauben befallen kann. Unter ungünstigen Bedingungen verursacht er Graufäule und schädigt die Trauben. Treffen jedoch morgendliche Feuchtigkeit und trockene, warme Tagesphasen zusammen, kann daraus die begehrte Edelfäule entstehen.

Dabei wird die Beerenschale durchlässig, Wasser verdunstet und Zucker, Säure sowie Aromastoffe konzentrieren sich. Aus sorgfältig selektionierten Trauben entstehen intensive Süssweine mit Noten von Honig, getrockneten Früchten, Safran oder kandierten Zitrusschalen. Berühmte Herkunftsgebiete sind Sauternes, Tokaj und die Region rund um den Neusiedlersee. 

Kurz erklärt: Botrytis ist ein Pilz, der Trauben befallen und unter den richtigen Bedingungen zu wertvollen, konzentrierten Süssweinen führen kann.

Brettanomyces

Brettanomyces, kurz «Brett» genannt, ist eine Hefeart, die im Wein unerwünschte Aromen von Leder, Pferdestall oder nassem Fell erzeugen kann. Sie entsteht meist während der Gärung oder im Keller, wenn Sauberkeit und Hygiene nicht konsequent eingehalten werden.

In sehr geringen Mengen wird ein leichter Brett-Ton von manchen sogar als zusätzliche Facette geschätzt, etwa bei einigen gereiften Rotweinen. Überwiegt er, gilt das als klarer Weinfehler – wo genau die Grenze verläuft, ist unter Fachleuten oft Geschmackssache.

Kurz erklärt: Brettanomyces ist eine Hefeart, die dem Wein unerwünschte Aromen von Leder oder Stall verleihen kann.

Bukett

Bukett ist ein anderer Begriff für den Geruch beziehungsweise die Nase eines Weins. Mehr dazu unter «Geruch».

Burgenland

Das Burgenland ist mit rund 12’000 Hektar Rebfläche das zweitgrösste Weinbaugebiet Österreichs und liegt im Osten des Landes an der Grenze zu Ungarn. Die Region wird meist in drei Zonen unterteilt: den Neusiedlersee mit edelsüssen Weinen, das Leithagebirge mit ausgeprägten Kalkböden sowie das Süd- und Mittelburgenland mit kraftvollen Rotweinen auf Lehm- und Schieferböden.

Wichtigste rote Rebsorte ist Blaufränkisch, ergänzt durch Zweigelt und internationale Sorten. Am Neusiedlersee ermöglicht das feuchte Kleinklima zudem regelmässig Botrytis-Süssweine von Weltklasse.

Kurz erklärt: Das Burgenland ist Österreichs zweitgrösstes Weinbaugebiet und bekannt für Blaufränkisch sowie edelsüsse Weine vom Neusiedlersee.

Buschenschank

Ein Buschenschank ist eine österreichische Institution, vor allem in der Steiermark und im Burgenland verbreitet: ein Weinlokal, in dem Winzerinnen und Winzer ausschliesslich selbst produzierten Wein sowie einfache Speisen aus eigener Herstellung anbieten dürfen. Der Name geht auf den «Buschen» zurück – einen grünen Zweig über dem Eingang, der anzeigt, dass gerade geöffnet ist.

Der Buschenschank ist eng mit dem Konzept des Heurigen verwandt und in vielen Regionen gesetzlich geregelt, etwa bei Öffnungszeiten oder erlaubtem Speisenangebot.

Kurz erklärt: Ein Buschenschank ist ein österreichisches Weinlokal, in dem Winzerinnen und Winzer ihren eigenen Wein ausschenken dürfen.

C

Chaptalisation

Chaptalisation, auch Anreicherung genannt, bezeichnet das Zusetzen von Zucker zum Traubenmost vor oder während der Gärung. Ziel ist nicht ein süsserer Wein, sondern ein höherer Alkoholgehalt: Die Hefen wandeln den zusätzlichen Zucker vollständig in Alkohol um.

Die Methode ist vor allem in kühleren Weinbauregionen verbreitet, wo Trauben nicht jedes Jahr die nötige natürliche Reife erreichen. Innerhalb der EU ist genau geregelt, wie stark chaptalisiert werden darf; in wärmeren Ländern wie Italien oder Spanien ist die Praxis verboten, da die Trauben dort von Natur aus genug Zucker liefern.

Kurz erklärt: Chaptalisation ist das Zusetzen von Zucker zum Most, um den Alkoholgehalt des fertigen Weins zu erhöhen.

D

DAC / Districtus Austriae Controllatus

DAC steht für Districtus Austriae Controllatus und ist die österreichische Herkunftsbezeichnung für gebietstypische Qualitätsweine, vergleichbar mit dem französischen AOC-System. Jedes DAC-Gebiet definiert eigene erlaubte Rebsorten und Stilistiken sowie eine Qualitätspyramide von Gebietswein über Ortswein bis Riedenwein beziehungsweise Lagenwein (siehe auch «Gebietswein», «Ortswein», «Riedenwein»).

Kurz erklärt: DAC ist die österreichische Herkunftsbezeichnung für gebietstypische Qualitätsweine.

Degorgieren

Degorgieren bezeichnet das Entfernen der Hefe bei der klassischen Flaschengärung von Schaumwein. Nach der zweiten Gärung in der Flasche, bei der Kohlensäure und der typische Schaumwein-Charakter entstehen, setzt sich die abgestorbene Hefe im Flaschenhals ab – dafür werden die Flaschen über Wochen bis Monate schrittweise auf den Kopf gedreht.

Zum Degorgieren wird der Flaschenhals gekühlt, sodass die Hefe zu einem kleinen Eispfropfen gefriert. Beim Öffnen schiesst dieser durch den Innendruck heraus, der Wein bleibt klar zurück. Anschliessend wird mit der sogenannten Dosage aufgefüllt, die über die Süsse des fertigen Schaumweins entscheidet – von Brut Nature bis Demi-Sec.

Kurz erklärt: Degorgieren ist das Entfernen der Hefe aus der Flasche bei der klassischen Schaumweinherstellung.

Dekantieren

Dekantieren bedeutet, Wein aus der Flasche in ein anderes Gefäss, die Dekantierkaraffe, umzufüllen. Dabei werden oft zwei unterschiedliche Effekte vermischt: das eigentliche Trennen von festen Ablagerungen (Depot) und das reine Belüften des Weins, damit er sich öffnen und seine Aromen freier entfalten kann.

Ein klassisches Depot findet sich vor allem bei älteren, unfiltrierten Rotweinen sowie bei Portwein. Junge, tanninreiche Weine profitieren dagegen meist schlicht vom Kontakt mit Sauerstoff – unabhängig davon, ob ein Depot vorhanden ist.

Kurz erklärt: Dekantieren bedeutet, Wein zum Belüften oder Trennen vom Depot in eine Karaffe umzufüllen.

Destillation

Destillation ist ein Verfahren, um flüssige Gemische durch Erhitzen, Verdampfen und anschliessendes Abkühlen in ihre Bestandteile aufzutrennen oder bestimmte Stoffe zu konzentrieren. Bei der Schnapsherstellung wird dabei vergorenes Obst oder vergorener Wein erhitzt, um den Alkoholgehalt von wenigen Prozent auf deutlich über 80 Prozent zu konzentrieren.

Je nach Ausgangsmaterial entstehen unterschiedliche Brände: Obstbrand aus Früchten wie Birne oder Marille, Weinbrand aus Wein oder Grappa aus Trester, den festen Pressresten der Weinproduktion.

Kurz erklärt: Destillation konzentriert Alkohol durch Erhitzen und Verdampfen und ist die Grundlage jeder Schnapsherstellung.

Dosage

Die Dosage, auch Versanddosage genannt, ist die Mischung aus Wein und Zucker, mit der ein Schaumwein nach dem Degorgieren aufgefüllt wird. Sie bestimmt massgeblich die Süsse-Stilistik, von Brut Nature bis Demi-Sec (siehe auch «Degorgieren», «Restzucker»).

Kurz erklärt: Die Dosage entscheidet nach dem Degorgieren über die Süsse-Stilistik eines Schaumweins.

E

Edelfäule

Edelfäule ist die positive, erwünschte Form des Botrytis-Befalls, der die Traubenschale durchlässig macht und zu konzentrierten, aromatischen Süssweinen führt. Mehr dazu unter «Botrytis».

Edelstahltank

Ein Edelstahltank, auch Stahltank genannt, ist ein Gärbehälter aus rostfreiem Stahl, der temperaturkontrollierte Gärung ermöglicht und dem Wein keinerlei Eigengeschmack verleiht. Er ist Standard für frische, fruchtbetonte Weine ohne Holzeinfluss (siehe auch «Holzfass», «Kaltvergärung»).

Kurz erklärt: Ein Edelstahltank ist ein neutraler, temperaturkontrollierter Gärbehälter aus rostfreiem Stahl.

Eichenfass

Ein Eichenfass ist ein aus Eichenholz gefertigtes Gefäss zum Ausbau von Wein. Kleine, neue Fässer wie das Barrique geben viel Röst- und Vanillearoma ab, grosse, ältere Fässer dienen vor allem der sanften Reifung ohne starken Holzeinfluss (siehe auch «Barrique», «Grosses Holzfass»).

Kurz erklärt: Ein Eichenfass ist ein Holzgefäss zum Ausbau von Wein, welches je nach Grösse mehr oder weniger Aroma abgibt.

Eiswein

Eiswein ist ein Süsswein, der aus Trauben gekeltert wird, die bei mindestens minus 7 Grad Celsius gefroren am Stock geerntet werden. Durch den Frost kristallisiert das in der Beere enthaltene Wasser, während Zucker, Säure und Extrakt im flüssigen Rest konzentriert bleiben. Beim Pressen fliesst deshalb nur ein sehr konzentrierter, süsser Most ab.

Eiswein zählt zur zweithöchsten Stufe der klassischen Prädikatsweine, unmittelbar unterhalb der Trockenbeerenauslese – wird aber, anders als diese, nicht von Botrytis geprägt. Da für die Lese verlässlicher, starker Frost nötig ist, wird die Erzeugung durch den Klimawandel zunehmend schwieriger und Eiswein damit seltener.

Kurz erklärt: Eiswein entsteht aus gefroren geernteten Trauben und zählt zu den seltensten und konzentriertesten Süssweinen.

Erste Lage

Erste Lage ist eine Klassifikationsstufe der Österreichischen Traditionsweingüter (ÖTW) für Weinbergslagen mit nachweislich überdurchschnittlicher Qualität. Sie steht unterhalb der höchsten Stufe, der Grossen Lage (siehe auch «Grosse Lage», «ÖTW / Österreichische Traditionsweingüter»).

Kurz erklärt: Erste Lage ist eine ÖTW-Klassifikationsstufe für Weinbergslagen mit überdurchschnittlicher Qualität.

Ertrag

Der Ertrag gibt an, wie viel Traubenmenge pro Fläche ein Weinberg hervorbringt, meist gemessen in Hektoliter pro Hektar. Als Faustregel gilt: Je niedriger der Ertrag, desto konzentrierter meist der Wein, weshalb viele Qualitätsweinbestimmungen den maximal erlaubten Ertrag begrenzen.

Kurz erklärt: Der Ertrag gibt an, wie viel Traubenmenge pro Fläche ein Weinberg liefert.

Extrakt

Extrakt bezeichnet die Gesamtheit aller nicht flüchtigen Bestandteile eines Weins, darunter Zucker, Säuren, Gerbstoffe und Mineralstoffe. Ein hoher Extraktgehalt sorgt für mehr Fülle und Substanz im Mund und gilt oft als Zeichen für konzentrierte Weine.

Kurz erklärt: Extrakt umfasst alle nicht flüchtigen Bestandteile eines Weins wie Zucker, Säure und Gerbstoffe.

F

Fachhandel

Als Fachhandel bezeichnet man spezialisierte Weinhändlerinnen und -händler, die im Unterschied zu Supermarkt oder Grossverteiler eine kuratierte Auswahl führen und in der Regel über fundiertes Fachwissen verfügen. Im Zentrum steht meist die persönliche Beratung: Welcher Weinstil passt zu welchem Anlass, Budget oder Geschmack?

Der Vorteil liegt vor allem im direkten Austausch: Fachhändlerinnen und -händler kennen ihre Winzerinnen und Winzer oft persönlich und können Herkunft, Machart und Charakter eines Weins fundiert einordnen – ein Gegenpol zur schier endlosen, aber oft unübersichtlichen Auswahl im Online-Handel.

Kurz erklärt: Der Fachhandel bietet im Unterschied zum Supermarkt kuratierte Auswahl und persönliche Weinberatung.

Fassprobe

Bei einer Fassprobe wird ein noch im Fass reifender, unfertiger Wein direkt aus dem Fass gezogen und verkostet. Das gibt einen frühen Eindruck vom werdenden Wein – erfordert aber Erfahrung, da sich Aromen und Struktur bis zur Abfüllung noch deutlich verändern können.

Kurz erklärt: Bei einer Fassprobe wird ein noch reifender Wein direkt aus dem Fass verkostet.

Federspiel

Federspiel ist eine Qualitätsstufe der Wachau, die zwischen dem leichteren Steinfeder und dem kraftvollen Smaragd steht. Federspiel-Weine sind trocken, mittelgewichtig und meist zwischen 11,5 und 12,5 Volumenprozent Alkohol stark.

Kurz erklärt: Federspiel ist eine mittlere Qualitätsstufe der Wachau zwischen Steinfeder und Smaragd.

Federweisser

Federweisser ist junger, noch gärender Traubenmost, dessen Gärung noch nicht abgeschlossen ist. Er ist trüb, spritzig-süss, enthält bereits etwas Alkohol und Kohlensäure und wird typischerweise im Herbst direkt ab Hof oder im Buschenschank ausgeschenkt. In Österreich ist dafür der Begriff «Sturm» gebräuchlicher.

Da die Gärung im Glas weitergeht, sollte Federweisser beziehungsweise Sturm kühl gelagert und zügig getrunken werden. Wegen des unberechenbaren Kohlensäuredrucks werden die Flaschen meist nicht vollständig verschlossen transportiert.

Kurz erklärt: Federweisser ist junger, noch gärender, spritzig-süsser Traubenmost, in Österreich auch Sturm genannt.

Feinhefe

Als Feinhefe bezeichnet man die feinen Hefepartikel, die im Wein zurückbleiben, nachdem sich die gröbere Vollhefe abgesetzt hat. Die Hefe wandelt während der Gärung den Zucker im Traubensaft in Alkohol um und sinkt danach als Depot zu Boden.

Manche Weine werden bewusst länger auf der Feinhefe belassen (Hefelager), was Textur und Komplexität fördern kann. Andere werden früh von der Hefe getrennt und filtriert, um besonders klar zu wirken. Wie viel Hefekontakt ein Wein bekommt, ist eine stilistische Entscheidung im Keller.

Kurz erklärt: Feinhefe sind die feinen Hefepartikel, die nach dem Absetzen der Vollhefe im Wein zurückbleiben.

Filtration

Filtration ist ein anderer Begriff für das Filtrieren von Wein vor der Abfüllung. Mehr dazu unter «Filtrieren».

Filtrieren

Filtrieren bezeichnet das Entfernen von Trubstoffen und Partikeln – etwa Feinhefe – aus dem Wein vor der Abfüllung. Ziel ist meist ein klarer, stabiler Wein ohne Ablagerungen in der Flasche.

Beim Filtrieren gehen jedoch auch feine Aroma- und Geschmacksstoffe verloren, weshalb heute viele Winzerinnen und Winzer zurückhaltender oder gar nicht mehr filtrieren. Unfiltrierte Weine können deshalb leicht trüb wirken, gelten in der Naturwein-Szene aber oft gerade deswegen als besonders authentisch.

Kurz erklärt: Filtrieren entfernt Trubstoffe aus dem Wein, kann dabei aber auch etwas Aroma kosten.

Flaschengärung

Flaschengärung bezeichnet allgemein jede zweite Gärung, die direkt in der verschlossenen Flasche stattfindet und für die Kohlensäure im fertigen Schaumwein sorgt. Die bekannteste Variante ist die Méthode traditionelle (siehe auch «Méthode traditionelle», «Degorgieren»).

Kurz erklärt: Flaschengärung ist jede zweite Gärung, die direkt in der verschlossenen Flasche stattfindet.

Flaschenreife

Flaschenreife bezeichnet die Zeit, die ein Wein nach der Abfüllung in der verschlossenen Flasche weiterreift. Dabei verändern sich Aromatik und Struktur langsam durch minimalen Sauerstoffaustausch über den Verschluss (siehe auch «Lagerfähigkeit», «Trinkreife»).

Kurz erklärt: Flaschenreife ist die Zeit, in der ein Wein nach der Abfüllung in der Flasche weiterreift.

Flüchtige Säure

Flüchtige Säure bezeichnet Säuren im Wein, die leicht verdampfen können – allen voran Essigsäure. In Verbindung mit dem Alkohol im Wein kann sich daraus ein Essigester bilden, der an Nagellackentferner oder Klebstoff erinnert.

Eine geringe Menge flüchtiger Säure gehört zu praktisch jedem Wein und wird kaum wahrgenommen. Erst in höherer Konzentration wirkt sie störend und gilt dann als Weinfehler.

Kurz erklärt: Flüchtige Säure ist verdampfbare Säure im Wein, die in hoher Konzentration als Fehler gilt.

Flurbereinigung

Flurbereinigung bezeichnet staatlich geförderte Programme zur Zusammenlegung kleinteiliger, oft durch Erbteilung entstandener landwirtschaftlicher Grundstücke – in Deutschland vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts umgesetzt. Im Weinbau hatte das auch Schattenseiten: Wo zuvor kleinteilige Parzellen mit unterschiedlichen Böden bestanden, entstanden grössere, homogenisierte Flächen, was es teils erschwerte, Weine mit ausgeprägtem, kleinräumigem Terroir-Charakter zu erzeugen.

Kurz erklärt: Flurbereinigung bezeichnet die staatliche Zusammenlegung kleinteiliger Weinbergparzellen, was die Terroir-Vielfalt reduzieren kann.

Flying Winemaker

Als Flying Winemaker bezeichnet man international tätige Weinexpertinnen und -experten, die Weingüter auf mehreren Kontinenten gleichzeitig beraten – oft während der jeweils versetzten Erntezeiten auf Nord- und Südhalbkugel. Sie bringen ihr önologisches Know-how gezielt bei Betrieben ein, die international erfolgreiche Weine erzeugen wollen.

Bekanntester Vertreter ist der Franzose Michel Rolland, der weltweit über 100 Weingüter betreut hat. Sein Stil – reife Frucht, kräftige Struktur, gezielter Einsatz von neuem Holz – deckte sich lange mit dem Geschmack einflussreicher US-Kritiker wie Robert Parker, was in einigen Fällen zu höheren Bewertungen und Verkaufspreisen führte.

Kurz erklärt: Ein Flying Winemaker berät international mehrere Weingüter gleichzeitig, oft mit einem erkennbaren, konsistenten Stil.

Funky Wein

«Funky» ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Naturweine mit auffälligen, oft leicht animalischen oder reduktiven Aromen – etwa nach Stall, Leder oder Kombucha. Solche Noten entstehen meist durch minimale Eingriffe im Keller, spontane Vergärung und den Verzicht auf Schwefel oder Filtration.

Ob solche Aromen als spannende Facette oder als Fehler wahrgenommen werden, ist stark Geschmackssache und unter Fachleuten umstritten. Am besten probiert man sich mit offenem Kopf durch verschiedene Beispiele des Naturwein-Stils.

Kurz erklärt: Funky beschreibt Naturweine mit auffälligen, oft animalischen Aromen, die Geschmackssache sind.

G

Ganztraubenpressung / Ganztraubenvergärung

Bei der Ganztraubenpressung beziehungsweise Ganztraubenvergärung werden die Trauben inklusive der Stiele (Rappen) gepresst oder vergoren, statt sie vorher abzubeeren. Das ist vor allem bei Rotwein während der Maischestandzeit üblich, seltener und meist kürzer auch bei Weisswein.

Der Entscheid, ob die Rappen mitverarbeitet werden, beeinflusst die Struktur massgeblich: Mehr Stielkontakt kann für mehr Tannin und Struktur sorgen, birgt bei nicht ausreichend reifen Stielen aber auch das Risiko grüner, krautiger Aromen.

Kurz erklärt: Dabei werden Trauben samt Stielen verarbeitet, was mehr Tannin und Struktur bringen kann.

Gärung

Gärung ist der biochemische Prozess, bei dem Hefen den Zucker im Traubensaft in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln. Sie ist der zentrale Schritt jeder Weinherstellung und kann spontan oder mit zugesetzten Reinzuchthefen erfolgen (siehe auch «Hefe», «Indigene Hefen», «Reinzuchthefen»).

Kurz erklärt: Gärung ist der Prozess, bei dem Hefen Zucker im Traubensaft in Alkohol umwandeln.

Gebietswein

Gebietswein ist in Österreich die Basisstufe der DAC-Qualitätspyramide: Weine aus dem gesamten definierten Weinbaugebiet, ohne Bindung an eine einzelne Gemeinde oder Lage. Darüber stehen Ortswein und Riedenwein beziehungsweise Lagenwein (siehe auch «Ried», «Lagenwein»).

Kurz erklärt: Gebietswein ist die Basisstufe der österreichischen DAC-Qualitätspyramide.

Gemischter Satz

Der Wiener Gemischte Satz ist eine österreichische Besonderheit: Verschiedene Rebsorten wachsen gemeinsam im selben Weinberg, werden zusammen geerntet und gemeinsam vergoren. Seit 2013 ist «Wiener Gemischter Satz DAC» eine geschützte Herkunftsbezeichnung für Weine aus Wiener Weinbergen.

Kurz erklärt: Beim Gemischten Satz wachsen mehrere Rebsorten gemeinsam im selben Weinberg.

Gerbstoff / Tannin

Phenolische Verbindungen aus Schalen, Kernen und Holzfässern, die Rotweinen Struktur, Griffigkeit und Lagerfähigkeit verleihen.

Gerbstoffreife

Gerbstoffreife beschreibt, wie weit die Tannine in Schalen und Kernen zum Erntezeitpunkt entwickelt sind. Unreife Gerbstoffe schmecken hart und bitter, reife Gerbstoffe wirken samtig und rund – ein zentrales Erntekriterium unabhängig vom reinen Zuckergehalt.

Kurz erklärt: Gerbstoffreife beschreibt, wie weit die Tannine zum Erntezeitpunkt entwickelt sind.

Geruch

Der Geruch, auch Nase oder Bukett genannt, ist der erste Eindruck, den man von einem Wein direkt am Glas bekommt. Er verrät oft schon viel über Rebsorte, Reifegrad und Ausbau und ist zentraler Teil jeder professionellen Weinverkostung.

Kurz erklärt: Der Geruch, auch Nase genannt, ist der erste Dufteindruck eines Weins am Glas.

Grand Cru

Grand Cru ist Französisch für «grosses Gewächs» und bezeichnet einen Weinberg oder eine Lage von herausragender, langjährig bewährter Qualität. Je nach Region gibt es in Frankreich unterschiedliche, genau definierte Klassifikationssysteme; umgangssprachlich wird der Begriff aber auch international für besondere Weinlagen verwendet.

Kurz erklärt: Grand Cru bezeichnet eine Weinlage von nachweislich herausragender Qualität.

Grauburgunder

Grauburgunder ist die deutsche Bezeichnung für eine weisse Rebsorte, die auch unter den Namen Pinot Gris oder Pinot Grigio bekannt ist – je nach Stil und Herkunftsland reicht die Bandbreite von schlank-frischen bis zu kräftig-vollmundigen Weinen.

Die Sorte ist unkompliziert, fruchtig und meist eher säurearm, was sie zu einem zugänglichen Einstieg in die Weinwelt macht. Sie ist eine natürliche Mutation des Pinot Noir und daher genetisch eng mit diesem verwandt.

Kurz erklärt: Grauburgunder, auch Pinot Gris genannt, ist eine unkomplizierte, fruchtige weisse Rebsorte.

Grosse Lage

Grosse Lage ist die höchste Klassifikationsstufe der Österreichischen Traditionsweingüter (ÖTW) für Weinbergslagen von herausragender, langjährig bewährter Qualität. Sie steht über der Ersten Lage (siehe auch «Erste Lage», «ÖTW / Österreichische Traditionsweingüter»).

Kurz erklärt: Grosse Lage ist die höchste ÖTW-Klassifikationsstufe für Weinbergslagen.

Grosses Holzfass

Ein grosses Holzfass, oft auch Foudre genannt, fasst mehrere Tausend Liter und wird über viele Jahre wiederverwendet. Im Unterschied zum Barrique gibt es kaum spürbares Holzaroma ab, ermöglicht aber trotzdem langsamen Sauerstoffaustausch (siehe auch «Barrique», «Holzfass»).

Kurz erklärt: Ein grosses Holzfass reift Wein über Jahre, ohne ihm starkes Holzaroma zu verleihen.

Grüner Veltliner

Grüner Veltliner ist die wichtigste und meistangebaute Rebsorte Österreichs und gilt als autochthon, also historisch eng mit dem Land verwurzelt. Er entstand aus einer natürlichen Kreuzung von Traminer und einer im Burgenland entdeckten, lange unbekannten Sorte.

Typisch für Grüner Veltliner ist das sogenannte «Pfefferl» – eine würzige Note, die neben Aromen von Steinobst und Zitrus für den unverwechselbaren Charakter der Sorte sorgt. Die Weine reichen von leichten, spritzigen Alltagsweinen bis zu hochreifen, lagerfähigen Spitzenweinen aus Lagen wie der Wachau.

Kurz erklärt: Grüner Veltliner ist Österreichs wichtigste Rebsorte, erkennbar am typisch würzigen «Pfefferl».

H

Handlese

Bei der Handlese werden die Weintrauben von Hand vom Rebstock geschnitten, statt sie maschinell mit einem Vollernter zu lesen. Handlese ist langsamer und aufwendiger, ermöglicht dafür aber eine viel genauere Selektion – beschädigte oder unreife Trauben lassen sich direkt aussortieren. Hochwertige Weine werden deshalb fast immer von Hand gelesen.

Kurz erklärt: Bei der Handlese werden Trauben von Hand geschnitten, was eine genauere Selektion ermöglicht.

Hefe

Hefe ist ein einzelliger Pilz, der während der Gärung den Zucker im Traubensaft in Alkohol und Kohlendioxid umwandelt. Man unterscheidet natürliche Hefen (siehe «Indigene Hefen») von gezielt zugesetzten Reinzuchthefen (siehe «Reinzuchthefen»).

Kurz erklärt: Hefe ist der Pilz, der während der Gärung Zucker in Alkohol umwandelt.

Hefelager

Als Hefelager bezeichnet man die Zeit, in der ein Wein nach der Gärung bewusst auf der Feinhefe belassen wird. Das kann Textur und Komplexität fördern (siehe auch «Feinhefe», «Degorgieren»).

Kurz erklärt: Hefelager bezeichnet die bewusste Reifung eines Weins auf der Feinhefe.

Herkunft

Herkunft bezeichnet den geografischen Ursprung eines Weins – von der weiten Fassung als Land oder Weinbaugebiet bis zur engen Fassung als einzelne Ried. In Österreich strukturiert das DAC-System die Herkunftsangabe in eine Qualitätspyramide (siehe auch «DAC / Districtus Austriae Controllatus», «Terroir»).

Kurz erklärt: Herkunft bezeichnet den geografischen Ursprung eines Weins.

Herunterstufung

Herunterstufung, auch Deklassierung genannt, bezeichnet die bewusste Entscheidung eines Weinguts, einen Wein nicht unter dem Namen seiner eigentlichen, oft prestigeträchtigen Lage abzufüllen, sondern als einfacheren Guts- oder Ortswein. Das kann etwa bei jungen Reben sinnvoll sein, die dem Anspruch der Lage noch nicht gerecht werden, oder um Kundinnen und Kunden eine Enttäuschung durch einen zu hohen Erwartungswert zu ersparen.

Für Weinliebhaberinnen und -liebhaber kann das ein interessanter Umweg sein: Wer gezielt sucht, findet so mitunter Trauben aus wirklich grossen Lagen unter einem weniger bekannten, günstigeren Namen.

Kurz erklärt: Herunterstufung bedeutet, einen Wein bewusst nicht unter dem Namen seiner eigentlichen Spitzenlage abzufüllen.

Heuriger

Der Begriff Heuriger kommt vom österreichischen Wort für «heurig» (diesjährig) und bezeichnet sowohl den frisch produzierten, jungen Wein als auch das dazugehörige Weinlokal – synonym wird auch Buschenschank verwendet (siehe auch «Buschenschank»).

Nach österreichischem Gesetz darf ein Heuriger ab dem 11. November bis zum Ende des Folgejahres als solcher ausgeschenkt werden, solange der Wein noch als Jungwein gilt. Der Begriff bezeichnet damit sowohl eine Weinkategorie als auch eine gesellige Tradition, die vor allem in Wien und im Burgenland eng mit der lokalen Kultur verbunden ist.

Kurz erklärt: Der Heuriger ist der junge österreichische Wein und zugleich das Lokal, in dem er ausgeschenkt wird.

Histamine

Histamine sind biologisch aktive Abbauprodukte, die vor allem in fermentierten oder gereiften Lebensmitteln vorkommen – auch in Wein, dort meist stärker in Rot- als in Weissweinen. Bei Menschen mit einer entsprechenden Unverträglichkeit können sie Kopfschmerzen, Hautrötungen oder eine verstopfte Nase auslösen.

Wie viel Histamin ein Wein enthält, hängt unter anderem von der Verarbeitung der Trauben, der Gärung und dem Ausbau ab – oft spielen auch andere Inhaltsstoffe wie Sulfite oder Tannine für individuelle Unverträglichkeiten eine Rolle. Wer generell empfindlich reagiert, kommt häufig mit jungen, im Stahltank ausgebauten Weissweinen besser zurecht als mit gereiften, im Holzfass ausgebauten Rotweinen.

Kurz erklärt: Histamine sind Abbauprodukte, die vor allem in gereiften Rotweinen vorkommen und bei Empfindlichen Beschwerden auslösen können.

Höhenlage

Die Höhenlage eines Weinbergs beeinflusst massgeblich Temperatur, Sonneneinstrahlung und Tag-Nacht-Unterschiede – und damit Reife, Säure und Aromatik der Trauben. Höher gelegene Weinberge liefern durch kühlere Nächte oft frischere, säurebetontere Weine (siehe auch «Mikroklima», «Terroir»).

Kurz erklärt: Die Höhenlage eines Weinbergs beeinflusst Temperatur, Reife und Säure der Trauben.

Holzaromatik

Holzaromatik bezeichnet die Duft- und Geschmacksnoten, die ein Wein durch den Ausbau im Holzfass gewinnt – etwa Vanille, Röstaromen oder Karamell (siehe auch «Barrique», «Reduktion»).

Holzfass

Ein Holzfass dient dem Ausbau und manchmal der Gärung von Wein. Grösse und Alter entscheiden über den Charakter: kleine, neue Fässer prägen den Wein deutlich, grosse, ältere wirken eher neutral (siehe auch «Barrique», «Grosses Holzfass», «Eichenfass»).

Kurz erklärt: Ein Holzfass dient dem Ausbau von Wein und prägt ihn je nach Grösse und Alter unterschiedlich stark.

I

Imprägnierverfahren

Das Imprägnierverfahren, auch Karbonisierung genannt, ist eine industrielle Methode zur Herstellung von Schaumwein. Anders als bei der klassischen Flaschengärung (Méthode traditionnelle) findet dabei keine zweite Gärung statt – stattdessen wird dem fertigen Wein im Tank unter Druck einfach Kohlendioxid zugesetzt. Das Verfahren ist deutlich günstiger und schneller, führt aber zu gröberen, weniger fein eingebundenen Perlen als bei traditionell hergestelltem Schaumwein.

Kurz erklärt: Beim Imprägnierverfahren wird Schaumwein industriell durch Zusatz von Kohlendioxid statt durch Flaschengärung hergestellt.

Indigene Hefen

Indigene Hefen, auch Spontanhefen genannt, sind die natürlich auf der Traubenschale und im Keller vorkommenden Hefestämme. Diese Spontangärung gilt als unberechenbarer, kann aber komplexere, ortstypischere Aromen hervorbringen (siehe auch «Reinzuchthefen», «Naturwein»).

Kurz erklärt: Indigene Hefen sind natürlich vorkommende Hefestämme, die eine Spontangärung auslösen.

Intrazelluläre Gärung

Intrazelluläre Gärung bezeichnet einen Gärprozess innerhalb der noch intakten Traubenbeere, wenn diese unter Kohlendioxid und ohne Sauerstoff gelagert wird. Genau dieser Effekt wird bei der Macération carbonique gezielt genutzt (siehe auch «Macération carbonique»).

Kurz erklärt: Intrazelluläre Gärung ist eine Gärung innerhalb der intakten Traubenbeere unter Sauerstoffausschluss.

J

Jause

Die Jause ist eine typisch österreichische, meist kalte Zwischenmahlzeit, die traditionell am Vor- oder Nachmittag gegessen wird – vergleichbar mit einem deftigen Znüni oder Zvieri. Serviert wird sie oft als «Brettljause»: eine Auswahl aus Wurst, Speck, Käse, hartgekochten Eiern, Gurken und frischem Bauernbrot auf einem Holzbrett.

Besonders eng verbunden ist die Jause mit dem Besuch eines Buschenschanks oder Heurigen (siehe auch «Buschenschank», «Heuriger»), wo sie das klassische, unkomplizierte Gegenstück zum ausgeschenkten Wein bildet. Regional gibt es zahlreiche Varianten, von der steirischen Brettljause bis zur Tiroler Marende.

Kurz erklärt: Die Jause ist eine österreichische Brotzeit mit Wurst, Speck und Käse, klassisch zum Wein im Buschenschank.

K

Kalkböden

Kalkböden bestehen zu einem grossen Teil aus Kalkstein, der ursprünglich aus fossilen Muschel- und Meeresablagerungen entstanden ist. Sie kommen im Weinbau weltweit in vielen bedeutenden Lagen vor und gelten als besonders geeignet für sogenannte Burgunder-Rebsorten wie Chardonnay, Pinot Noir oder Pinot Blanc.

Weine von Kalkböden werden oft mit Attributen wie Mineralität, klarer Struktur, Länge und ausgeprägter Säure in Verbindung gebracht – auch wenn diese Zuschreibungen unter Fachleuten nicht unumstritten sind (siehe auch «Mineralisch»). Nicht jede Rebsorte reagiert gleich gut auf Kalk; beim Riesling etwa ist die Wirkung von Kalksteinböden Geschmackssache.

Kurz erklärt: Kalkböden gelten als besonders geeignet für Burgunder-Rebsorten wie Chardonnay oder Pinot Noir.

Kaltvergärung

Bei der Kaltvergärung wird der Most während der Gärung gezielt gekühlt, meist auf 12 bis 18 Grad. Das schützt empfindliche, fruchtige Aromen und ist besonders bei aromatischen Weissweinen und Rosé verbreitet.

Kurz erklärt: Bei der Kaltvergärung wird der Most gekühlt, um fruchtige Aromen zu schützen.

Karaffieren

Karaffieren wird oft synonym mit Dekantieren verwendet und meint das Umfüllen von Wein in eine Karaffe, meist zum Zweck der Belüftung. Mehr dazu unter «Dekantieren».

Kellerberg

Kellerberg ist der Name einer der bekanntesten Einzellagen der Wachau, oberhalb von Dürnstein und Loiben gelegen. Sie ist berühmt für kraftvolle, mineralische Rieslinge und zeigt beispielhaft, wie stark einzelne Rieden den Charakter eines Weins prägen können (siehe auch «Ried», «Terroir»).

Kurz erklärt: Kellerberg ist eine der bekanntesten Weinberglagen der Wachau, berühmt für kraftvolle Rieslinge.

Klosterneuburger Mostwaage (KMW)

Die Klosterneuburger Mostwaage, kurz KMW, ist die in Österreich gebräuchliche Masseinheit für das Mostgewicht, benannt nach der Weinbauschule in Klosterneuburg. Sie funktioniert wie das deutsche Grad Oechsle, ist aber anders skaliert (siehe auch «Oechsle»).

Kurz erklärt: Die KMW ist die österreichische Masseinheit für das Mostgewicht.

Konventioneller Weinbau

Konventioneller Weinbau bezeichnet die klassische, nicht biologisch zertifizierte Bewirtschaftung, bei der im gesetzlichen Rahmen synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger erlaubt sind – der Gegenpol zu biologischem oder biodynamischem Weinbau (siehe auch «Biodynamie», «PIWI»).

Kurz erklärt: Konventioneller Weinbau ist die klassische, nicht biologisch zertifizierte Bewirtschaftungsform.

Korkfehler

Der Korkfehler, umgangssprachlich auch «Kork» genannt, ist der am häufigsten vorkommende Weinfehler. Verursacht wird er durch die chemische Verbindung Trichloranisol (TCA), die einen muffigen Geruch nach nasser Pappe oder feuchtem Keller erzeugt. Wie genau TCA in den Korken gelangt, ist bis heute nicht abschliessend geklärt.

Nicht jeder Korkfehler ist sofort eindeutig zu erkennen – es gibt auch den sogenannten schleichenden Kork, der erst mit zunehmendem Luftkontakt im Glas stärker hervortritt. Um TCA-Probleme zu vermeiden, setzen viele Weingüter mittlerweile auf alternative Verschlüsse wie Schraubverschlüsse oder technische Korken.

Kurz erklärt: Der Korkfehler ist der häufigste Weinfehler und riecht typischerweise nach nasser Pappe.

Korkgeschmack

Korkgeschmack ist ein anderer Begriff für den durch Trichloranisol (TCA) verursachten Weinfehler. Mehr dazu unter «Korkfehler».

Korkton

Korkton ist ein anderer Begriff für den durch Trichloranisol (TCA) verursachten Weinfehler. Mehr dazu unter «Korkfehler».

Körper

Der Körper beschreibt das Gewicht und die Fülle, die ein Wein im Mund erzeugt – vergleichbar mit dem Unterschied zwischen Magermilch und Sahne. Massgeblich beeinflusst durch Alkoholgehalt, Extrakt und Restzucker.

Kurz erklärt: Der Körper beschreibt das Gewicht und die Fülle eines Weins im Mund.

L

Lagenwein

Ein Lagenwein stammt aus einer einzelnen, genau abgegrenzten Weinbergslage. Er gilt als Ausdruck eines typischen Terroirs und steht in Österreichs DAC-System an der Spitze der Qualitätspyramide, wo er offiziell als Ried bezeichnet wird (siehe auch «Ried», «Gebietswein»).

Kurz erklärt: Ein Lagenwein stammt aus einer einzelnen, genau abgegrenzten Weinbergslage.

Lagerfähigkeit

Die Lagerfähigkeit beschreibt, wie lange ein Wein aufbewahrt werden kann, ohne an Qualität zu verlieren – bei manchen Weinen, während er sich sogar weiterentwickelt. Säure, Tannin, Restzucker und Extrakt sind die wichtigsten Faktoren.

Kurz erklärt: Lagerfähigkeit beschreibt, wie lange sich ein Wein ohne Qualitätsverlust aufbewahren lässt.

Länge

Die Länge beschreibt, wie lange der Geschmackseindruck eines Weins nach dem Schlucken im Mund anhält (siehe auch «Abgang»).

Laubarbeit

Laubarbeit umfasst alle Massnahmen im Weinberg, mit denen das Blattwerk der Reben während der Vegetationsperiode reguliert wird, etwa Entblättern oder Einkürzen. Sie beeinflusst, wie viel Sonne und Luft die Trauben bekommen, und wirkt sich damit auf Reife und Gesundheit der Trauben aus.

Kurz erklärt: Laubarbeit sind Massnahmen, mit denen das Blattwerk der Reben reguliert wird.

Lese

Lese ist der allgemeine Begriff für die Traubenernte, unabhängig davon, ob sie von Hand oder maschinell erfolgt. Der Zeitpunkt der Lese ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Weinjahr, da er über Zuckergehalt, Säure und Aromareife entscheidet (siehe auch «Handlese»).

Kurz erklärt: Lese ist der allgemeine Begriff für die Traubenernte.

Löss

Feinkörniges, kalkhaltiges Sediment, u.a. im Weinviertel weit verbreitet. Verleiht Weinen Fülle und eine samtige Textur.

Kurz erklärt: Löss ist ein kalkhaltiger Bodentyp, der in vielen gemässigten Weinbauregionen vorkommt und fruchtbetonte, kraftvolle Weine hervorbringt.

Luftkontakt

Luftkontakt bezeichnet allgemein, dass ein Wein mit Sauerstoff in Berührung kommt. Kontrolliert kann das einen Wein öffnen und weicher machen, zu viel davon führt zur Oxidation (siehe auch «Belüften», «Oxidative Weine»).

Kurz erklärt: Luftkontakt bezeichnet die Berührung eines Weins mit Sauerstoff.

M

Macération carbonique

Macération carbonique, auch Kohlensäuremaischung genannt, ist ein Gärverfahren, bei dem komplette, unangequetschte Trauben in einem geschlossenen Gärbehälter unter Kohlendioxid gären. Der Zucker wird dabei zunächst im Inneren der intakten Beeren teilweise ohne Hefe umgewandelt, bevor die Trauben gepresst und die Gärung regulär abgeschlossen wird.

Die Methode ist vor allem aus dem Beaujolais bekannt und ergibt besonders fruchtbetonte, gerbstoffarme, frische Weine, die jung und unkompliziert zu trinken sind.

Kurz erklärt: Macération carbonique lässt ganze Trauben unter Kohlendioxid gären und ergibt besonders fruchtige, leichte Weine.

Maische

Maische ist das Gemisch aus Beerenschalen, Most und Kernen, das entsteht, wenn Trauben leicht angepresst werden. Wie lange die Maische im Gärbehälter verbleibt, bevor sie gepresst wird, nennt man Maischestandzeit.

Bei Rotwein bestimmt der Kontakt mit der Maische unter anderem die Farbintensität: Je länger der Kontakt, desto kräftiger der Rotton. Die meisten Weissweine werden direkt und ohne Maischestandzeit gepresst, es gibt aber auch Weissweine, die für einige Tage oder Wochen mit der Maische in Kontakt gelassen werden – das Ergebnis sind tanninhaltige, strukturreiche Weissweine, wie sie oft im Bereich der Orange Wines zu finden sind (siehe auch «Maischegärung»).

Kurz erklärt: Maische ist das Gemisch aus Schalen, Most und Kernen, das beim Anpressen der Trauben entsteht.

Maischegärung

Vergärung des Traubensafts gemeinsam mit den Schalen. Bei Rotwein der Standard, bei Orange Wine auch bei Weisswein angewendet, um Farbe, Tannin und Aromen zu extrahieren.

Maischestandzeit

Die Maischestandzeit bezeichnet die Dauer, während der Traubensaft und Schalen gemeinsam in Kontakt bleiben, bevor gepresst wird. Je länger der Kontakt, desto intensiver meist Farbe und Struktur (siehe auch «Maische», «Mazeration»).

Kurz erklärt: Maischestandzeit ist die Dauer, während der Most und Schalen vor dem Pressen in Kontakt bleiben.

Malle

Malle ist ein umgangssprachlicher, südfranzösischer Ausdruck für einen unkomplizierten, leicht trinkbaren Alltagswein, der schnell und ohne grossen Anspruch getrunken wird – vergleichbar mit dem deutschen «Saufwein». Der Begriff wird meist informell verwendet, nicht als offizielle Weinkategorie.

Kurz erklärt: Malle ist ein südfranzösischer Ausdruck für einen unkomplizierten Alltagswein.

Mäuseln

Mäuseln ist die Bezeichnung für einen Weinfehler, der an den Geruch von Mäuseurin erinnert. Verursacht wird er durch bestimmte Hefen, die bei mangelnder Kellerhygiene oder unsauberem Lesegut Verbindungen wie Acetyltetrahydropyridin bilden.

Der Fehler ist meist erst im Nachgeschmack wahrnehmbar, hält sich dafür aber länger – am Gaumen bleibt oft ein unangenehmer, leicht kratziger Eindruck zurück. Mäuseln kommt häufiger bei ungeschwefelten Weinen vor, da Schwefel die verantwortlichen Hefen normalerweise in Schach hält.

Kurz erklärt: Mäuseln ist ein Weinfehler, der an Mäuseurin erinnert und meist im Nachgeschmack auftritt.

Mazeration

Mazeration ist der übergeordnete Fachbegriff für den Kontakt zwischen Traubensaft und festen Bestandteilen wie Schalen und Kernen. Die konkrete Dauer dieses Kontakts wird als Maischestandzeit bezeichnet (siehe auch «Maischestandzeit», «Orange Wine / Orangewein»).

Kurz erklärt: Mazeration ist der Fachbegriff für den Kontakt zwischen Traubensaft und festen Bestandteilen.

Mikroklima

Mikroklima bezeichnet die kleinräumigen klimatischen Bedingungen eines einzelnen Weinbergs oder sogar einzelner Rebzeilen, geprägt durch Faktoren wie Hangneigung, Wind oder Nähe zu Gewässern. Es ist einer der zentralen Bausteine des Terroirs (siehe auch «Terroir», «Höhenlage»).

Kurz erklärt: Mikroklima bezeichnet die kleinräumigen klimatischen Bedingungen eines einzelnen Weinbergs.

Mineralisch

«Mineralisch» ist ein bei Weinkennerinnen und -kennern beliebter Begriff, der auf der Annahme beruht, dass Weine von bestimmten Böden – etwa Kalk-, Schiefer- oder Vulkanböden – geschmacklich an die im Boden enthaltenen Mineralien erinnern. Anders als bei Mineralwasser lässt sich dieser Zusammenhang bei Wein wissenschaftlich bislang nicht eindeutig belegen; Mineralität ist eher ein Wahrnehmungseindruck als eine messbare Grösse.

Am ehesten lässt sich Mineralität beschreiben als das, was übrig bleibt, wenn ein Wein weder von klassischen Fruchtaromen (Beeren, Pfirsich, Apfel) noch von Reifearomen wie Leder, Kaffee oder Tabak geprägt wird – ein eher steiniger, salziger oder rauchiger Grundton, den viele intuitiv mit Kalk- oder Schieferböden assoziieren.

Kurz erklärt: Mineralisch beschreibt einen steinig-salzigen Geschmackseindruck, der oft mit bestimmten Böden assoziiert wird.

Monopol

Eine Monopollage ist eine Weinlage, die vollständig einem einzigen Besitzer gehört, statt sich – wie im Weinbau meist üblich – auf mehrere Winzerinnen und Winzer aufzuteilen. Die bekanntesten Beispiele finden sich im Burgund, etwa La Tâche und Romanée-Conti, die komplett der Domaine de la Romanée-Conti gehören und zu den teuersten und begehrtesten Weinen der Welt zählen.

Kurz erklärt: Eine Monopollage gehört vollständig einem einzigen Weingut, wie etwa Romanée-Conti im Burgund.

Morillon

Morillon ist die in der Steiermark gebräuchliche Bezeichnung für die Rebsorte Chardonnay. Der Überlieferung nach geht der Name auf steirische Winzer zurück, die im 19. Jahrhundert nach dem Reblaus-Befall in Frankreich widerstandsfähige Chardonnay-Setzlinge fanden und mitbrachten – wie viel an dieser Geschichte wörtlich stimmt, ist nicht abschliessend geklärt.

Botanisch handelt es sich bei Morillon um dieselbe Rebsorte wie Chardonnay; in der Steiermark hat sich der lokale Name bis heute erhalten und wird bewusst als eigenständige, regionale Bezeichnung gepflegt.

Kurz erklärt: Morillon ist der steirische Name für die Rebsorte Chardonnay.

Most

Most ist der noch nicht vergorene Traubensaft und damit die Vorstufe von Wein – ein anderes Wort dafür ist Keltersaft. Man unterscheidet den Vorlaufmost, der ganz zu Beginn von selbst aus der Presse läuft und als besonders edel gilt, vom Pressmost, der erst mit etwas mehr Druck aus den Trauben gewonnen wird.

Die Zusammensetzung des Mosts hat massgeblichen Einfluss auf die spätere Qualität des Weins. Beeinflusst wird die anschliessende Gärung im Keller durch zahlreiche Faktoren – etwa die Temperatur sowie natürliche Hefen und Bakterien, die bereits im Most vorhanden sind.

Kurz erklärt: Most ist der noch nicht vergorene Traubensaft, die Vorstufe von Wein.

Mostgewicht

Das Mostgewicht misst die Dichte des Traubenmosts und damit indirekt seinen Zuckergehalt vor der Gärung. In Österreich wird es in Klosterneuburger Mostwaage (KMW) angegeben, international oft in Grad Oechsle oder Brix (siehe auch «Klosterneuburger Mostwaage (KMW)», «Oechsle»).

Kurz erklärt: Das Mostgewicht misst die Dichte und damit den Zuckergehalt des Traubenmosts.

Mousserend

Mousserend ist die französische Bezeichnung für schäumend und wird international als Oberbegriff für Schaumwein verwendet, unabhängig von der Herstellungsmethode. Das Gegenteil ist «still» beziehungsweise «Stillwein».

Kurz erklärt: Mousserend ist die internationale Bezeichnung für schäumende Weine.

Mundgefühl

Das Mundgefühl beschreibt die taktile Wahrnehmung eines Weins im Mund – etwa ob er sich cremig, adstringierend, spritzig oder samtig anfühlt. Geprägt durch Tanningehalt, Säure, Alkohol, Restzucker und Kohlensäure.

Kurz erklärt: Mundgefühl beschreibt die taktile Wahrnehmung eines Weins im Mund.

Méthode traditionelle

Méthode traditionelle bezeichnet die klassische Herstellungsmethode für Schaumwein mit einer zweiten, alkoholischen Gärung direkt in der Flasche – dieselbe Methode, die auch in der Champagne verwendet wird (siehe auch «Degorgieren»). Da der Begriff «Champagner» ausschliesslich für Schaumweine aus der gleichnamigen französischen Region verwendet werden darf, hat sich «Méthode traditionelle» als neutrale Bezeichnung für dieselbe Herstellungsweise ausserhalb der Champagne etabliert.

Kurz erklärt: Méthode traditionelle ist die klassische Flaschengärung für Schaumwein ausserhalb der Champagne.

N

Nachgärung

Nachgärung bezeichnet eine ungewollte, erneute Gärung in der bereits abgefüllten Flasche. Sie tritt vor allem bei unfiltrierten oder nicht geschwefelten Weinen auf, wenn noch Restzucker vorhanden ist: Dieser wird dann nachträglich von Hefen weiterverarbeitet.

Je nachdem, wie stark die Nachgärung ausfällt, entsteht entweder ein leicht moussierender Wein mit feinen Bläschen – ähnlich wie bei Federweisser – oder im schlimmsten Fall so viel Druck, dass der Korken herausgedrückt wird oder die Flasche beschädigt wird. Ob die leichte Perlung als Stilmittel oder als Fehler gilt, ist unter Weinliebhaberinnen und -liebhabern Geschmackssache.

Kurz erklärt: Nachgärung ist eine ungewollte, erneute Gärung in der bereits abgefüllten Flasche.

Nachhaltig Austria

Nachhaltig Austria ist ein staatlich anerkanntes österreichisches Zertifizierungssiegel für nachhaltigen Weinbau, das ökologische, soziale und ökonomische Kriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette bewertet. Es ist breiter angelegt als eine reine Bio-Zertifizierung (siehe auch «Nachhaltiger Weinbau», «Biodynamie»).

Kurz erklärt: Nachhaltig Austria ist ein staatlich anerkanntes Zertifizierungssiegel für nachhaltigen Weinbau in Österreich.

Nachhaltiger Weinbau

Nachhaltiger Weinbau bezeichnet eine Bewirtschaftungsweise, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gemeinsam berücksichtigt, ohne zwingend eine biologische oder biodynamische Zertifizierung vorauszusetzen. In Österreich wird das oft über das Siegel Nachhaltig Austria sichtbar gemacht (siehe auch «Nachhaltig Austria», «Konventioneller Weinbau»).

Kurz erklärt: Nachhaltiger Weinbau berücksichtigt ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gemeinsam.

Naturwein

Naturwein ist ein weit verbreiteter, aber rechtlich nicht geschützter oder offiziell definierter Begriff. Es gibt also keine verbindlichen Kriterien, die ein Wein erfüllen muss, um sich Naturwein nennen zu dürfen.

In der Praxis versteht man darunter meist Wein aus biologischem oder biodynamischem Weinbau, der im Keller mit möglichst wenig Eingriffen (Low Intervention) und wenig bis gar keinem zugesetzten Schwefel hergestellt wird. Da klare Grenzen fehlen, gibt es viele Grautöne dazwischen – manche traditionell arbeitenden Weingüter erfüllen praktisch alle diese Kriterien, ohne sich selbst als Naturwein-Betrieb zu bezeichnen, während andere den Begriff bewusst als Marketingversprechen nutzen.

Kurz erklärt: Naturwein ist ein nicht offiziell definierter Begriff für Wein mit minimalen Eingriffen im Weinberg und Keller.

O

Oechsle

Grad Oechsle ist eine für Winzerinnen und Winzer wichtige Masseinheit, die das Mostgewicht des Traubenmosts angibt – benannt nach ihrem Erfinder Ferdinand Oechsle. Damit lässt sich im noch unvergorenen Most der ungefähre spätere Alkoholgehalt des fertigen Weins abschätzen.

Ein Grad Oechsle bedeutet, dass ein Liter Most um ein Gramm schwerer ist als ein Liter Wasser – als Faustregel ergeben etwa acht Grad Oechsle rund ein Volumenprozent Alkohol. In Österreich wird stattdessen die Klosterneuburger Mostwaage (KMW) verwendet, international ist die Einheit Brix gebräuchlich.

Kurz erklärt: Grad Oechsle misst das Mostgewicht und zeigt an, wie viel Alkohol ein Wein später haben wird.

Opok

Mergeliger, kalkhaltiger Boden, typisch für die Südsteiermark. Sorgt für mineralische, straffe und langlebige Weine.

Kurz erklärt: Opok ist ein mergeliger Boden der Südsteiermark, der straffe, langlebige Weine hervorbringt.

Orange Wine / Orangewein

Orange Wine, auch Orangewein genannt, ist Weisswein, der wie Rotwein hergestellt wird – der Name hat nichts mit der Frucht zu tun, sondern beschreibt die charakteristische orange-bernsteinfarbene Tönung. Während beim klassischen Weisswein der Saft ohne Kontakt zu den Schalen vergoren wird, lässt man ihn bei Orange Wine zusammen mit den Schalen auf der Maische vergären (siehe auch «Maische» / «Maischegärung»).

Dieser Schalenkontakt bringt Farbstoffe, Tannine und zusätzliche Struktur in den Wein, wodurch sich Mundgefühl und Textur deutlich von «normalem» Weisswein unterscheiden. Weil die Tannine den Wein auf natürliche Weise stabilisieren, kommt Orange Wine oft mit weniger zugesetztem Schwefel aus.

Kurz erklärt: Orange Wine ist Weisswein, der wie Rotwein mit Schalenkontakt vergoren wird.

Ortswein

Ortswein ist in Österreichs DAC-Qualitätspyramide die mittlere Stufe zwischen Gebietswein und Riedenwein beziehungsweise Lagenwein: Weine aus einer einzelnen Gemeinde, aber ohne Bindung an eine bestimmte Einzellage (siehe auch «Gebietswein», «Riedenwein»).

Kurz erklärt: Ortswein ist die mittlere DAC-Stufe für Weine aus einer einzelnen Gemeinde.

ÖTW / Österreichische Traditionsweingüter

Die Österreichischen Traditionsweingüter, kurz ÖTW, sind ein Zusammenschluss von Weingütern in Niederösterreich und Wien, der ein eigenes Lagenklassifikationssystem mit den Stufen Erste Lage und Grosse Lage entwickelt hat. Es ist unabhängig vom staatlichen DAC-System, ergänzt es aber inhaltlich (siehe auch «Erste Lage», «Grosse Lage»).

Kurz erklärt: Die ÖTW sind ein Weingüter-Zusammenschluss mit eigenem Lagenklassifikationssystem in Niederösterreich und Wien.

Oxidative Weine

Oxidativ beschreibt Weine, die bewusst oder unbewusst Kontakt mit Sauerstoff hatten – das kann sowohl ein Fehler als auch ein gewollter Stil sein. Ist ein Wein einfach nur alt, müde und flach im Geschmack, spricht man davon, dass er «oxidiert» ist: zu viel Sauerstoffkontakt hat ihn dann buchstäblich «getötet».

Es gibt aber auch die oxidative Stilistik als bewusstes Ausbau-Konzept, bei dem ein Wein kontrolliert mit Sauerstoff in Kontakt gebracht wird – meist im Fass. Das verändert Farbe, Geschmack und Duft in eine ganz eigene Richtung. Am bekanntesten dafür ist Sherry, weshalb man bei entsprechend geprägten Weinen oft hört: «Das riecht wie Sherry.» Das Gegenstück dazu ist der reduktive Ausbau (siehe «Reduktion»).

Kurz erklärt: Oxidative Weine hatten bewussten oder unbewussten Sauerstoffkontakt – das kann Fehler oder gewollter Stil sein.

P

Peronospora

Peronospora, auch Falscher Mehltau genannt, ist eine der im biologischen Weinbau am schwierigsten zu bekämpfenden Pilzkrankheiten. Besonders gefährlich ist der Befall junger Beeren und Stiele; praktisch alle europäischen Rebsorten sind anfällig und besitzen kaum natürliche Abwehrkräfte gegen den Pilz.

Vorbeugend hilft vor allem ein lockerer Laubschnitt, der den Beeren nach Regen ermöglicht, schnell wieder abzutrocknen, sowie ein gesunder Boden mit natürlichen Gegenspielern des Pilzes. Im biologischen Weinbau kommen zusätzlich vor allem Kupferpräparate zum Einsatz, deren Menge jedoch aus Umweltgründen gesetzlich limitiert ist.

Kurz erklärt: Peronospora, auch Falscher Mehltau, ist eine der schwierigsten Pilzkrankheiten im biologischen Weinbau.

Pet Nat / Pétillant Naturel

Pet Nat, kurz für Pétillant Naturel, ist eine ursprüngliche Methode der Schaumweinherstellung, bei der der noch gärende Wein direkt und ohne zweite Gärung in die Flasche gefüllt wird. Das Ergebnis ist meist trüb, spontan und weniger fein perlend als klassischer Schaumwein, dafür besonders naturbelassen (siehe auch «Flaschengärung», «Naturwein»).

Kurz erklärt: Pet Nat ist Schaumwein, der ohne zweite Gärung direkt aus der ersten Gärung in die Flasche gefüllt wird.

PIWI

PIWI steht für «pilzwiderstandsfähige Rebsorten» – also Neuzüchtungen und Kreuzungen bestehender Reben, die deutlich widerstandsfähiger gegenüber Pilzkrankheiten wie Peronospora oder echtem Mehltau sind.

Der grosse Vorteil: Weil PIWI-Sorten weniger anfällig sind, brauchen sie deutlich weniger Pflanzenschutzmittel, was Kosten, Arbeitsaufwand und Umweltbelastung im Weinberg reduziert – vor allem biologisch arbeitende Betriebe setzen deshalb zunehmend auf PIWI. Ob solche Sorten auch grosse, komplexe Weine hervorbringen können, wird in der Branche noch diskutiert; die Entwicklung steht im Vergleich zu jahrhundertealten klassischen Rebsorten noch relativ am Anfang.

Kurz erklärt: PIWI-Rebsorten sind pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen, die weniger Pflanzenschutz benötigen.

Prädikatswein

Prädikatswein ist die Sammelbezeichnung für Weine, deren Traubenmost bei der Ernte ein bestimmtes Mindestmostgewicht erreicht hat, gestaffelt von Spätlese über Auslese und Beerenauslese bis zur Trockenbeerenauslese. Zusatz von Zucker ist bei Prädikatsweinen nicht erlaubt (siehe auch «Mostgewicht», «Auslese», «Trockenbeerenauslese»).

Kurz erklärt: Prädikatswein ist die Sammelbezeichnung für Weine mit gestaffeltem Mindestmostgewicht, von Spätlese bis Trockenbeerenauslese.

Pressen

Pressen ist der Vorgang, bei dem Saft aus den Trauben oder aus der Maische gewonnen wird, meist mit einer pneumatischen oder hydraulischen Presse. Wie sanft oder kräftig gepresst wird, beeinflusst Klarheit und Gerbstoffgehalt des gewonnenen Mosts (siehe auch «Pressmost», «Vorlaufmost»).

Kurz erklärt: Pressen ist der Vorgang, bei dem Saft aus Trauben oder Maische gewonnen wird.

Pressmost

Pressmost ist der Most, der erst mit zunehmendem Druck aus den Trauben gepresst wird, im Unterschied zum frei ablaufenden Vorlaufmost. Er gilt meist als weniger edel, da er mehr Gerbstoffe und Trubstoffe aus Schalen und Kernen mitführt (siehe auch «Vorlaufmost», «Pressen»).

Kurz erklärt: Pressmost ist der erst mit Druck aus den Trauben gewonnene, gerbstoffreichere Teil des Mosts.

Primäraromen

Primäraromen sind die Duftstoffe, die direkt aus der Traube selbst stammen, etwa Frucht- oder Blütennoten. Sie unterscheiden sich von Sekundäraromen aus der Gärung und Tertiäraromen aus Reifung und Ausbau (siehe auch «Aromatik», «Sekundäraromen», «Tertiäraromen»).

Kurz erklärt: Primäraromen sind die direkt aus der Traube stammenden Duftstoffe eines Weins.

Q

Qualitätswein

Qualitätswein ist in der EU-Weingesetzgebung eine Kategorie oberhalb des einfachen Landweins, die bestimmte Mindestanforderungen an Herkunft, Rebsorten und Mostgewicht erfüllt. In Österreich sind DAC-Weine eine spezielle, gebietstypische Unterkategorie des Qualitätsweins (siehe auch «DAC / Districtus Austriae Controllatus», «Prädikatswein»).

Kurz erklärt: Qualitätswein ist eine EU-Kategorie mit Mindestanforderungen an Herkunft, Rebsorten und Mostgewicht.

R

Rappen

Rappen ist die österreichische Bezeichnung für die Stiele der Traube, an denen die einzelnen Beeren hängen. Ob die Rappen beim Pressen oder Vergären mit verarbeitet werden, ist eine wichtige stilistische Entscheidung (siehe auch «Ganztraubenpressung / Ganztraubenvergärung», «Abbeeren»).

Kurz erklärt: Rappen sind die Stiele der Traube, an denen die einzelnen Beeren hängen.

RAW

RAW ist ein internationales Netzwerk rund um das Thema Naturwein, gegründet von der Wein-Expertin Isabelle Legeron. Es vernetzt Produzentinnen und Produzenten, Händlerinnen und Händler sowie Sommelières und Sommeliers, die sich für Naturwein engagieren, und ist vor allem für die gleichnamige RAW-Weinmesse bekannt, die mittlerweile in mehreren Städten weltweit stattfindet.

Kurz erklärt: RAW ist ein internationales Netzwerk und eine Messe rund um Naturwein.

Rebenerziehung

Reben sind Kletterpflanzen und benötigen deshalb eine Hilfskonstruktion aus Pfählen und Drähten, um kontrolliert nach oben zu wachsen. Die Art dieser Konstruktion sowie die Art des Rebschnitts bezeichnet man als Rebenerziehung.

Sie beeinflusst massgeblich, wie viele Trauben ein Rebstock hervorbringt, wie stark die Trauben belüftet werden, wie viel Sonne und Schatten sie abbekommen und wie leicht sich die Ernte gestaltet. Verbreitete Erziehungssysteme sind etwa das Gobelet-, das Cordon- oder das Guyot-System – jedes mit eigenen Vor- und Nachteilen je nach Klima und Rebsorte.

Kurz erklärt: Rebenerziehung bezeichnet die Konstruktion und den Schnitt, mit denen Reben kontrolliert wachsen.

Reblaus

Die Reblaus ist eine winzige Laus, die ursprünglich aus Nordamerika stammt und sich von den Wurzeln der Weinrebe ernährt, indem sie ihre Eier direkt in der Wurzel ablegt. Im 19. Jahrhundert vernichtete sie fast die gesamte europäische Weinwelt.

Gerettet wurde der Weinbau damals durch das Aufpfropfen europäischer Edelreiser auf reblausresistente amerikanische Unterlagsreben – eine Praxis, die bis heute Standard ist. In manchen Regionen mit besonders reblausfeindlichen Böden, etwa in Sandböden oder extremen Schiefermassiven wie an der Mosel, kommt die Reblaus kaum vor, weshalb dort vereinzelt noch wurzelechte, teils über 100 Jahre alte Reben stehen.

Kurz erklärt: Die Reblaus zerstörte im 19. Jahrhundert fast den gesamten europäischen Weinbau und wird bis heute durch Pfropfreben in Schach gehalten.

Rebschnitt

Der Rebschnitt ist der jährliche Rückschnitt der Rebe im Winter, der Ertrag, Wuchsform und Qualität der folgenden Ernte massgeblich steuert. Er ist Teil der Rebenerziehung und entscheidet mit, wie viele Trauben ein Rebstock im kommenden Jahr trägt (siehe auch «Rebenerziehung», «Ertrag»).

Kurz erklärt: Der Rebschnitt ist der jährliche Rückschnitt der Rebe, der Ertrag und Qualität der Ernte steuert.

Reduktion

Reduktiver Ausbau bezeichnet eine Methode der Weinherstellung, bei der der junge Wein während des Ausbaus möglichst konsequent vor Sauerstoffkontakt geschützt wird – das Gegenstück zum oxidativen Ausbau (siehe «Oxidative Weine»).

Wenn Fachleute von «Reduktion» sprechen, meinen sie damit oft weniger die Herstellungsart selbst als vielmehr bestimmte Aromen, die durch Schwefelverbindungen entstehen können – etwa Noten von Feuerstein, brennendem Streichholz oder, in stärkerer Ausprägung, auch weniger angenehme Aromen wie Knoblauch. Solche reduktiven Noten sind aktuell besonders bei Chardonnay gefragt und gelten in Massen nicht als Fehler, sondern als stilistisches Merkmal.

Kurz erklärt: Reduktiver Ausbau schützt jungen Wein bewusst vor Sauerstoff und ist das Gegenstück zum oxidativen Ausbau.

Reinzuchthefen

Reinzuchthefen sind gezielt selektionierte, im Labor gezüchtete Hefestämme, die zu den im Weinbau erlaubten Zusatzstoffen zählen. Sie übernehmen dieselbe Aufgabe wie die natürlich auf der Traube vorkommenden Hefen: die Umwandlung von Zucker in Alkohol.

Der Unterschied liegt in der Kontrolle: Natürliche Hefen arbeiten von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedlich, während Reinzuchthefen Tempo und Ablauf der Gärung planbarer machen. Manche Reinzuchthefen sind zudem sogenannte Aromahefen, die einer Rebsorte gezielt zusätzliche, sortentypische Fruchtnoten verleihen können – etwa Pfirsich beim Weissburgunder.

Kurz erklärt: Reinzuchthefen sind gezüchtete Hefestämme, die Gärung und Geschmack eines Weins kontrollierbarer machen.

Reserve

Reserve ist eine in vielen Ländern gebräuchliche, aber unterschiedlich streng geregelte Bezeichnung für Weine mit höherem Reifepotenzial, längerem Ausbau oder besonderer Selektion. In Österreich ist «Reserve» bei DAC-Weinen eine geschützte Qualitätsstufe mit Mindestalkoholgehalt und längerer Reifezeit (siehe auch «DAC / Districtus Austriae Controllatus», «Selektion»).

Kurz erklärt: Reserve bezeichnet Weine mit höherem Reifepotenzial, längerem Ausbau oder besonderer Selektion.

Restsüsse

Restsüsse ist ein anderer Begriff für den nicht vergorenen Zucker im fertigen Wein. Mehr dazu unter «Restzucker».

Restzucker

Restzucker, auch Restsüsse genannt, bezeichnet den nicht vergorenen Zucker, der nach der Gärung im fertigen Wein verbleibt und für die wahrnehmbare Süsse verantwortlich ist. Wie viel Restzucker ein Wein enthält, bestimmt der Winzer beziehungsweise die Winzerin gezielt über den Zeitpunkt und die Art, wie die Gärung beendet wird.

Das Stoppen der Gärung geschieht entweder durch den natürlichen Abschluss der Hefearbeit oder durch gezieltes Eingreifen, etwa durch Zugabe von Schwefel. Restzucker ist damit eng verwandt mit dem Konzept der Süssreserve, die als separater Most zugesetzt werden kann, um Restsüsse gezielt einzustellen (siehe «Süssreserve»).

Kurz erklärt: Restzucker ist der nicht vergorene Zucker, der einem Wein seine Süsse gibt.

Ried

In Österreich die offizielle Bezeichnung für eine genau abgegrenzte Weinbergslage. Grundlage des Riedenweins, der dritten und höchsten Stufe der DAC-Pyramide.

Riedenwein

Riedenwein ist die höchste Stufe der österreichischen DAC-Qualitätspyramide: ein Wein aus einer einzelnen, genau abgegrenzten und benannten Ried. Er gilt als Ausdruck des spezifischsten, kleinräumigsten Terroirs eines Weinguts (siehe auch «Ried», «Ortswein», «Lagenwein»).

Kurz erklärt: Riedenwein ist die höchste DAC-Stufe für Weine aus einer einzelnen, benannten Ried.

Rosé

Rosé wird meist aus roten Trauben hergestellt, wobei die Farbe – anders als bei Rotwein – nur kurz oder gar nicht auf der Maische entsteht. Bei der schonendsten Methode werden die Trauben direkt gepresst und wie Weisswein ohne Schalenkontakt vergoren, was helle Roséweine ergibt. Lässt man den Most vor dem Pressen zwei bis drei Tage auf der Maische liegen, wird der Wein entsprechend dunkler.

Eine weitere Methode ist die sogenannte Saignée, bei der ein Teil des Mosts während der Rotweinherstellung frühzeitig aus dem Gärbehälter abgezogen und separat zu Rosé weiterverarbeitet wird. Wichtig zu wissen: Rosé ist kein Verschnitt aus Rot- und Weisswein – die einzige Ausnahme bildet die Champagne, wo das Mischen von Rot- und Weisswein zur Rosé-Herstellung ausdrücklich erlaubt ist.

Kurz erklärt: Rosé entsteht meist aus roten Trauben mit nur kurzem Kontakt zu den Schalen.

Rütteln

Rütteln, französisch Remuage, ist der Vorgang, bei dem Schaumweinflaschen während der Flaschengärung über Wochen bis Monate schrittweise gedreht und auf den Kopf gestellt werden. Dadurch sammelt sich die abgestorbene Hefe im Flaschenhals und kann beim Degorgieren entfernt werden (siehe auch «Degorgieren», «Flaschengärung»).

Kurz erklärt: Rütteln ist das schrittweise Drehen und Kippen von Schaumweinflaschen, um die Hefe im Flaschenhals zu sammeln.

S

Saignée

Saignée ist eine Methode der Roséherstellung, bei der ein Teil des Mosts während der Rotweinbereitung frühzeitig aus dem Gärbehälter abgezogen wird. Der abgezogene Most wird separat zu Rosé weiterverarbeitet, während der verbleibende Rotwein dadurch konzentrierter wird (siehe auch «Rosé», «Maischestandzeit»).

Kurz erklärt: Saignée ist eine Roséherstellungsmethode, bei der Most während der Rotweinbereitung frühzeitig abgezogen wird.

Säure

Säure ist neben Alkohol, Zucker und Gerbstoffen einer der zentralen Geschmacksträger im Wein und sorgt für Frische, Struktur und Lagerfähigkeit. Die wichtigste Säure in Trauben ist die Weinsäure, daneben spielt vor allem die Apfelsäure eine Rolle, die beim biologischen Säureabbau abgebaut wird (siehe auch «Biologischer Säureabbau (BSA)», «Flüchtige Säure»).

Kurz erklärt: Säure ist neben Alkohol, Zucker und Gerbstoffen einer der zentralen Geschmacksträger im Wein.

Schaumwein

Schaumwein ist der Oberbegriff für Weine mit Kohlensäure, die durch eine zweite Gärung oder durch Zusatz von Kohlendioxid entstehen. Je nach Herstellungsmethode und Herkunft trägt er unterschiedliche Bezeichnungen, etwa Sekt, Champagner oder Crémant (siehe auch «Flaschengärung», «Méthode traditionelle», «Imprägnierverfahren»).

Kurz erklärt: Schaumwein ist der Oberbegriff für Weine mit Kohlensäure aus zweiter Gärung oder Kohlendioxidzusatz.

Schiefer

Schiefer ist ein Bodentyp aus geschichtetem, metamorphem Gestein, der Wärme speichert und für gute Drainage sorgt. Weine von Schieferböden gelten oft als mineralisch und straff (siehe auch «Mineralisch», «Löss», «Opok»).

Kurz erklärt: Schiefer ist ein wärmespeichernder Bodentyp, der für mineralische, straffe Weine sorgt.

Schilfwein

Schilfwein ist eine burgenländische Süssweinspezialität, bei der die Trauben nach der Lese auf Schilfmatten getrocknet werden, um den Zucker zu konzentrieren. Er ist eng verwandt mit dem Strohwein, unterscheidet sich aber durch die Verwendung von Schilf statt Stroh als Trocknungsunterlage (siehe auch «Strohwein», «Ausbruch»).

Kurz erklärt: Schilfwein ist eine burgenländische Süssweinspezialität aus auf Schilfmatten getrockneten Trauben.

Schönung

Schönung bezeichnet Verfahren, mit denen ein Wein vor der Abfüllung geklärt und stabilisiert wird, etwa durch Zusatz von Eiweiss, Bentonit oder Gelatine, die unerwünschte Trubstoffe binden. Sie ist milder als eine Filtration, wird aber mit ähnlicher Zielsetzung eingesetzt (siehe auch «Filtrieren», «Trub»).

Kurz erklärt: Schönung sind Verfahren, mit denen ein Wein vor der Abfüllung geklärt und stabilisiert wird.

Schraubverschluss

Der Schraubverschluss ist eine Verschlussalternative zum Naturkorken, die zuverlässig vor Korkfehlern schützt und eine sehr gleichmässige, reduktive Reifung ermöglicht. Er hat sich vor allem bei frischen Weiss- und Roséweinen international durchgesetzt (siehe auch «Korkfehler», «Reduktion»).

Kurz erklärt: Der Schraubverschluss schützt zuverlässig vor Korkfehlern und ermöglicht gleichmässige Reifung.

Schwefel / Sulfite

Schwefel, chemisch als Sulfite gebunden, ist eines der ältesten und wichtigsten Konservierungsmittel im Wein. Er schützt vor Oxidation und unerwünschten Mikroorganismen; wie viel oder wie wenig davon eingesetzt wird, ist eine zentrale stilistische Frage, etwa bei Naturwein (siehe auch «Naturwein», «Oxidative Weine»).

Kurz erklärt: Schwefel schützt Wein als Sulfit gebunden vor Oxidation und unerwünschten Mikroorganismen.

Sekt

Sekt ist die in Österreich und Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für Qualitätsschaumwein. In Österreich ist «Sekt Austria» eine geschützte, geregelte Qualitätsstufe mit verpflichtender Flaschengärung (siehe auch «Sekt Austria», «Schaumwein», «Flaschengärung»).

Kurz erklärt: Sekt ist die österreichische und deutsche Bezeichnung für Qualitätsschaumwein.

Sekt Austria

Sekt Austria ist die geschützte österreichische Ursprungsbezeichnung für Qualitätsschaumwein aus zu 100 Prozent österreichischen Trauben mit verpflichtender Flaschengärung von mindestens neun Monaten. Darüber liegen die höheren Stufen Sekt Austria Reserve und Sekt Austria Grosse Reserve (siehe auch «Sekt Austria Reserve», «Flaschengärung»).

Kurz erklärt: Sekt Austria ist die geschützte Ursprungsbezeichnung für österreichischen Qualitätsschaumwein mit Flaschengärung.

Sekt Austria Grosse Reserve

Sekt Austria Grosse Reserve ist die höchste Stufe des österreichischen Sekt-Systems: Weine aus einer einzelnen Ried oder Gemeinde, handgelesen, trocken und mit mindestens 30 Monaten Flaschengärung (siehe auch «Sekt Austria Reserve», «Riedenwein»).

Kurz erklärt: Sekt Austria Grosse Reserve ist die höchste Stufe des österreichischen Sekt-Systems mit mindestens 30 Monaten Flaschengärung.

Sekt Austria Reserve

Sekt Austria Reserve ist die mittlere Qualitätsstufe des österreichischen Sekt-Systems mit strengeren Anforderungen als Sekt Austria, darunter Handlese und mindestens 18 Monate Flaschengärung (siehe auch «Sekt Austria», «Sekt Austria Grosse Reserve»).

Kurz erklärt: Sekt Austria Reserve ist die mittlere Qualitätsstufe des österreichischen Sekt-Systems mit mindestens 18 Monaten Flaschengärung.

Sekundäraromen

Sekundäraromen entstehen während der Gärung, etwa durch die Aktivität bestimmter Hefen, und umfassen Noten wie Brioche, Butter oder Bananen. Sie ergänzen die Primäraromen der Traube und die Tertiäraromen aus Reifung und Ausbau (siehe auch «Aromatik», «Primäraromen», «Tertiäraromen»).

Kurz erklärt: Sekundäraromen entstehen während der Gärung, etwa durch die Aktivität bestimmter Hefen.

Selektion

Selektion bezeichnet die gezielte Auswahl der besten Trauben, Fässer oder Partien im Verlauf der Weinherstellung, um die Qualität eines Weins zu maximieren. Sie kann im Weinberg bei der Lese oder im Keller beim Verschneiden stattfinden (siehe auch «Lese», «Verschneiden»).

Kurz erklärt: Selektion ist die gezielte Auswahl der besten Trauben, Fässer oder Partien während der Weinherstellung.

Smaragd

Smaragd ist die höchste Qualitätsstufe der Wachau, benannt nach der smaragdgrünen Eidechse, die dort in den Weinbergen vorkommt. Smaragd-Weine sind trocken, kraftvoll und reifen aus vollreifen, oft spät gelesenen Trauben (siehe auch «Federspiel», «Steinfeder»).

Kurz erklärt: Smaragd ist die höchste, kraftvollste Qualitätstufe der Wachau.

Spätlese

Spätlese ist die unterste Stufe der klassischen Prädikatsweine: Weine aus Trauben, die später als zum regulären Lesezeitpunkt und mit höherem Reifegrad geerntet wurden. Sie steht in der Prädikatsleiter unterhalb der Auslese (siehe auch «Prädikatswein», «Auslese»).

Kurz erklärt: Spätlese ist die unterste Prädikatsstufe für später und reifer geerntete Trauben.

Spontangärung

Spontangärung ist die Gärung mithilfe natürlich vorkommender, indigener Hefen, ohne Zusatz von Reinzuchthefen. Mehr dazu unter «Indigene Hefen».

Steinfeder

Steinfeder ist die leichteste, spritzigste Qualitätsstufe der Wachau, benannt nach einem in den Weinbergen wachsenden Gras. Steinfeder-Weine liegen meist bei maximal 11,5 Volumenprozent Alkohol (siehe auch «Federspiel», «Smaragd»).

Kurz erklärt: Steinfeder ist die leichteste, spritzigste Qualitätsstufe der Wachau.

Strohwein

Strohwein ist eine Süssweinspezialität, bei der die Trauben nach der Lese mehrere Wochen auf Strohmatten getrocknet werden, um Wasser zu verlieren und den Zucker zu konzentrieren. Er ist eng verwandt mit dem burgenländischen Schilfwein (siehe auch «Schilfwein», «Ausbruch»).

Kurz erklärt: Strohwein ist eine Süssweinspezialität aus auf Strohmatten getrockneten, konzentrierten Trauben.

Sturm

Sturm ist die österreichische Bezeichnung für jungen, noch gärenden Traubenmost. Mehr dazu unter «Federweisser».

Süssreserve

Unvergorener oder in der Gärung gestoppter Traubenmost, der trockenen Weinen vor der Abfüllung zugesetzt wird, um Restsüsse gezielt einzustellen.

T

Terroir

Das Zusammenspiel aus Boden, Klima, Lage und winzerischem Handwerk, das den typischen Charakter eines Weins prägt.

Tertiäraromen

Tertiäraromen entstehen erst durch Reifung und Ausbau eines Weins, etwa im Fass oder in der Flasche, und umfassen Noten wie Leder, Tabak oder getrocknete Früchte. Sie ergänzen die Primäraromen der Traube und die Sekundäraromen aus der Gärung (siehe auch «Aromatik», «Flaschenreife»).

Kurz erklärt: Tertiäraromen entstehen erst durch Reifung und Ausbau eines Weins, etwa im Fass oder in der Flasche.

Textur

Textur beschreibt die spürbare Beschaffenheit eines Weins im Mund, unabhängig vom reinen Geschmack – etwa ob er sich seidig, cremig oder kantig anfühlt. Sie wird stark durch Ausbau, Hefekontakt und Gerbstoffe geprägt (siehe auch «Mundgefühl», «Hefelager»).

Kurz erklärt: Textur beschreibt die spürbare Beschaffenheit eines Weins im Mund.

Trinkfenster

Das Trinkfenster bezeichnet den Zeitraum, in dem ein Wein sein optimales Reifestadium erreicht hat und am besten getrunken werden sollte. Es kann je nach Weinstil wenige Monate oder mehrere Jahrzehnte umfassen (siehe auch «Lagerfähigkeit», «Trinkreife»).

Kurz erklärt: Das Trinkfenster ist der Zeitraum, in dem ein Wein sein optimales Reifestadium erreicht hat.

Trinkreife

Trinkreife beschreibt den Zustand eines Weins, in dem seine Aromen, Struktur und Balance ihr optimales Gleichgewicht erreicht haben. Mehr dazu im Zusammenhang mit «Trinkfenster».

Trocken

Trocken bezeichnet Weine mit sehr geringem Restzuckergehalt, gesetzlich in der EU meist bis maximal 4 bis 9 Gramm pro Liter, abhängig von der Säure. Trocken ist der Gegenpol zu lieblichen oder süssen Weinen (siehe auch «Restzucker», «Süssreserve»).

Kurz erklärt: Trocken bezeichnet Weine mit sehr geringem, gesetzlich definiertem Restzuckergehalt.

Trockenbeerenauslese

Trockenbeerenauslese, kurz TBA, ist die höchste klassische Prädikatsstufe: Süssweine aus einzeln verlesenen, stark eingeschrumpften, meist edelfaulen Beeren mit extrem hoher Zuckerkonzentration. Sie zählt zu den seltensten und teuersten Weinstilen überhaupt (siehe auch «Beerenauslese», «Edelfäule», «Prädikatswein»).

Kurz erklärt: Trockenbeerenauslese ist die höchste Prädikatsstufe, aus stark eingeschrumpften, edelfaulen Beeren.

Trub

Trub sind feste, ungelöste Partikel im Wein, etwa abgestorbene Hefezellen, Zellreste oder Weinstein, die sich am Boden des Gefässes absetzen. Vor der Abfüllung wird der Wein meist davon getrennt, durch Abstich, Schönung oder Filtration (siehe auch «Abstich», «Filtrieren», «Schönung»).

Kurz erklärt: Trub sind feste, ungelöste Partikel im Wein, die sich am Gefässboden absetzen.

Typizität

Typizität beschreibt, wie deutlich ein Wein die charakteristischen Merkmale seiner Rebsorte, Herkunft oder Machart widerspiegelt. Sie ist ein zentrales Bewertungskriterium bei DAC-Weinen, die per Definition gebietstypisch sein müssen (siehe auch «DAC / Districtus Austriae Controllatus», «Terroir»).

Kurz erklärt: Typizität beschreibt, wie deutlich ein Wein die Merkmale seiner Rebsorte oder Herkunft zeigt.

U

Unfiltriert

Unfiltriert bezeichnet Weine, die vor der Abfüllung keiner Filtration unterzogen wurden und deshalb oft leicht trüb wirken. Befürworter sehen darin mehr Aroma und Textur, da beim Filtrieren feine Geschmacksstoffe verloren gehen können (siehe auch «Filtrieren», «Naturwein»).

Kurz erklärt: Unfiltriert bezeichnet Weine, die vor der Abfüllung nicht filtriert wurden.

Unterlagsrebe

Eine Unterlagsrebe ist eine reblausresistente, meist amerikanische Wurzelunterlage, auf die europäische Edelreiser aufgepfropft werden. Diese Pfropftechnik rettete den europäischen Weinbau nach der Reblauskatastrophe im 19. Jahrhundert (siehe auch «Reblaus», «Wurzelecht»).

Kurz erklärt: Eine Unterlagsrebe ist eine reblausresistente Wurzelunterlage, auf die europäische Edelreiser aufgepfropft werden.

V

Verschneiden

Verschneiden ist ein anderer Begriff für das gezielte Mischen verschiedener Rebsorten oder Partien zu einem Gesamtwein. Mehr dazu unter «Assemblage / Cuvée».

VieVinum

VieVinum ist eine internationale Weinmesse, die alle zwei Jahre in der Wiener Hofburg stattfindet und zu den wichtigsten Präsentationsplattformen für österreichischen Wein zählt. Winzerinnen und Winzer aus dem gesamten Land sowie internationale Gäste präsentieren dort ihre aktuellen Jahrgänge.

Kurz erklärt: VieVinum ist eine internationale Weinmesse, die alle zwei Jahre in der Wiener Hofburg stattfindet.

Vinifikation

Der gesamte Prozess der Weinherstellung – von der Traube über die Gärung bis zum fertigen Wein im Keller.

Vinothekfüllung

Als Vinothekfüllung bezeichnet man eine spezielle, meist limitierte Abfüllung, die ein Weingut ausschliesslich für den Verkauf ab Hof oder in der eigenen Vinothek reserviert. Solche Weine sind oft besonders sorgfältig selektiert und regulär nicht im breiten Handel erhältlich (siehe auch «Selektion»).

Kurz erklärt: Eine Vinothekfüllung ist eine limitierte Abfüllung, die ein Weingut für den Verkauf ab Hof reserviert.

Vollhefe

Vollhefe ist die grobe Hefe, die sich nach der Gärung zuerst am Boden des Gärbehälters absetzt, bevor sich die feinere Feinhefe bildet. Mehr dazu unter «Feinhefe».

Vorlaufmost

Vorlaufmost ist der Most, der ganz zu Beginn des Pressens von selbst und ohne grossen Druck aus den Trauben austritt. Er gilt als besonders edel, da er wenig Gerbstoffe aus Schalen und Kernen enthält (siehe auch «Pressmost», «Pressen»).

Kurz erklärt: Vorlaufmost ist der zu Beginn des Pressens von selbst austretende, besonders edle Most.

W

Weinfehler

Weinfehler ist der Oberbegriff für unerwünschte Abweichungen im Geruch, Geschmack oder Aussehen eines Weins, verursacht etwa durch Korken, Oxidation, flüchtige Säure oder unsaubere Kellerarbeit. Nicht jede ungewohnte Note ist automatisch ein Fehler – manche gelten in Massen auch als stilistische Eigenheit (siehe auch «Korkfehler», «Oxidative Weine», «Mäuseln»).

Kurz erklärt: Weinfehler ist der Oberbegriff für unerwünschte Abweichungen im Geruch, Geschmack oder Aussehen eines Weins.

Weingarten

Weingarten ist die in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für eine mit Reben bepflanzte Fläche, gleichbedeutend mit dem sonst üblichen Begriff Weinberg.

Kurz erklärt: Weingarten ist die österreichische Bezeichnung für eine mit Reben bepflanzte Fläche.

Weinstein

Weinstein, auch Weinsteinkristalle genannt, sind harmlose Kristalle aus Kalium- und Calciumsalzen der Weinsäure, die sich bei Kälte am Boden oder Korken absetzen können. Sie gelten als natürliches Qualitätszeichen und beeinträchtigen weder Geschmack noch Gesundheit (siehe auch «Säure», «Trub»).

Kurz erklärt: Weinstein sind harmlose Kristalle aus Weinsäuresalzen, die sich bei Kälte im Wein absetzen können.

Wurzelecht

Wurzelecht bezeichnet Reben, die auf ihren eigenen, ursprünglichen Wurzeln wachsen, statt auf eine reblausresistente Unterlagsrebe aufgepfropft zu sein. Solche Reben sind heute selten und kommen fast nur noch in Böden vor, in denen sich die Reblaus nicht ausbreiten kann (siehe auch «Reblaus», «Unterlagsrebe»).

Kurz erklärt: Wurzelechte Reben wachsen auf ihren eigenen, nicht aufgepfropten Wurzeln.

Z

Zweite Gärung

Zweite Gärung ist ein anderer Begriff für die alkoholische Gärung, die bei der Schaumweinherstellung direkt in der verschlossenen Flasche stattfindet. Mehr dazu unter «Flaschengärung».

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