Weinlexikon
Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Wein einfach erklärt.
Die wichtigsten Begriffe von A bis Z
Wein hat seine eigene Sprache. Hier erklaeren wir die Begriffe, die in Weinbeschreibungen, auf Etiketten und in Verkostungsnotizen am haeufigsten vorkommen – kurz und verstaendlich.
A
Alte Reben
Als alte Reben bezeichnet man Rebstöcke, die seit mehreren Jahrzehnten im selben Weinberg wachsen. Die Internationale Organisation für Rebe und Wein setzt die Grenze bei mindestens 35 Jahren an. Im allgemeinen Sprachgebrauch und auf Weinetiketten ist der Begriff jedoch nicht überall einheitlich geregelt.
Ältere Reben bringen häufig weniger, dafür konzentriertere Trauben hervor. Ihre weit verzweigten Wurzeln können zudem helfen, Trockenperioden besser zu überstehen. Das Alter allein ist aber noch kein Qualitätsversprechen: Entscheidend bleiben Standort, Gesundheit der Reben und sorgfältige Arbeit im Weinberg.
Amphore
Eine Amphore ist ein Gefäss aus gebranntem Ton, das für die Gärung und den Ausbau von Wein verwendet wird. Ton gibt dem Wein keine ausgeprägten Holznoten, ist aber – je nach Herstellung und Beschichtung – leicht durchlässig für Sauerstoff. Das kann die Entwicklung von Struktur und Textur beeinflussen.
Besonders bekannt ist die georgische Qvevri: ein grosses, eiförmiges Tongefäss, das traditionell in der Erde vergraben wird. Ton ist also kein neuer Trend, sondern eine der ältesten Formen der Weinbereitung – heute neu entdeckt von Winzerinnen und Winzern, die nach einer Alternative zu Stahl und Holz suchen.
Assemblage / Cuvée
Das gezielte Verschneiden mehrerer Rebsorten oder Partien zu einem harmonischen Gesamtwein.
Ausbau
Der Ausbau beschreibt die Zeit zwischen der Gärung und der Abfüllung eines Weins. In dieser Phase entwickelt sich der junge Wein weiter und erhält einen wesentlichen Teil seines späteren Charakters.
Ausgebaut werden kann im Edelstahltank, Holzfass, Betonei, Tongefäss oder in anderen Behältern. Auch die Dauer des Ausbaus, der Kontakt mit der Feinhefe und der Umgang mit Sauerstoff spielen eine Rolle. Edelstahl bewahrt meist Frische und Frucht, während Holz je nach Grösse und Alter des Fasses zusätzliche Struktur und Aromen geben kann. Der Ausbau formt den Stil – er macht einen Wein aber nicht automatisch besser.
Autochthone Rebsorten
Autochthone Rebsorten sind Rebsorten, die eng mit einer bestimmten Region verbunden und dort seit langer Zeit beheimatet sind. Das bedeutet nicht zwingend, dass sie genau dort entstanden sein müssen. Entscheidend ist ihre historische und kulturelle Verwurzelung im jeweiligen Weinbaugebiet.
In Österreich gehören dazu beispielsweise Rotgipfler, Zierfandler, Neuburger oder Blaufränkisch. Solche Sorten sind besonders spannend, weil sie Weinen eine unverwechselbare regionale Identität geben können. Im Gegensatz dazu werden sogenannte internationale Rebsorten wie Chardonnay oder Cabernet Sauvignon in zahlreichen Weinländern angebaut.
B
Barrique
Kleines Eichenholzfass, meist mit 225 Liter Inhalt. Verleiht dem Wein Röst-, Vanille- und Gewürznoten sowie zusätzliche Struktur.
Botrytis
Botrytis cinerea ist ein Pilz, der Weintrauben befallen kann. Unter ungünstigen Bedingungen verursacht er Graufäule und schädigt die Trauben. Treffen jedoch morgendliche Feuchtigkeit und trockene, warme Tagesphasen zusammen, kann daraus die begehrte Edelfäule entstehen.
Dabei wird die Beerenschale durchlässig, Wasser verdunstet und Zucker, Säure sowie Aromastoffe konzentrieren sich. Aus sorgfältig selektionierten Trauben entstehen intensive Süssweine mit Noten von Honig, getrockneten Früchten, Safran oder kandierten Zitrusschalen. Berühmte Herkunftsgebiete sind Sauternes, Tokaj und die Region rund um den Neusiedlersee.
G
Gerbstoff / Tannin
Phenolische Verbindungen aus Schalen, Kernen und Holzfässern, die Rotweinen Struktur, Griffigkeit und Lagerfähigkeit verleihen.
L
Löss
Feinkörniges, kalkhaltiges Sediment, u.a. im Weinviertel weit verbreitet. Verleiht Weinen Fülle und eine samtige Textur.
M
Maischegärung
Vergärung des Traubensafts gemeinsam mit den Schalen. Bei Rotwein der Standard, bei Orange Wine auch bei Weisswein angewendet, um Farbe, Tannin und Aromen zu extrahieren.
O
Opok
Mergeliger, kalkhaltiger Boden, typisch für die Südsteiermark. Sorgt für mineralische, straffe und langlebige Weine.
R
Ried
In Österreich die offizielle Bezeichnung für eine genau abgegrenzte Weinbergslage. Grundlage des Riedenweins, der dritten und höchsten Stufe der DAC-Pyramide.
S
Süssreserve
Unvergorener oder in der Gärung gestoppter Traubenmost, der trockenen Weinen vor der Abfüllung zugesetzt wird, um Restsüsse gezielt einzustellen.
T
Terroir
Das Zusammenspiel aus Boden, Klima, Lage und winzerischem Handwerk, das den typischen Charakter eines Weins prägt.
V
Vinifikation
Der gesamte Prozess der Weinherstellung – von der Traube über die Gärung bis zum fertigen Wein im Keller.