Prädikatsstufen erklärt
Die Prädikatsstufen im Überblick
Prädikatsweine sind die Königsklasse des österreichischen Weins: Weine, deren Trauben ohne Zuckerzusatz (Chaptalisierung) und mit einem gesetzlich definierten Mindestmostgewicht geerntet werden. Je höher die Reife oder je konzentrierter die Traube bei der Lese, desto höher die Prädikatsstufe – von der Spätlese bis zur Trockenbeerenauslese.
Spätlese
Die Einstiegsstufe der Prädikatsweine. Die Trauben werden später als zur normalen Lese geerntet und bringen dadurch mehr Reife und Konzentration mit. Spätlesen können trocken oder restsüss ausgebaut werden und sind meist schon jung zugänglich.
Auslese
Für die Auslese werden nur ausgesuchte, vollreife Trauben von Hand gelesen, unreife oder beschädigte Beeren werden aussortiert. Das Ergebnis sind konzentriertere, meist edelsüsse Weine mit mehr Tiefgang als die Spätlese.
Beerenauslese
Hier werden einzelne, überreife oder edelfaule Beeren händisch aus der Traube gepflückt. Botrytis, die sogenannte Edelfäule, konzentriert Zucker, Säure und Aromen und schenkt der Beerenauslese eine intensive, honigartige Süsse.
Eiswein
Eiswein entsteht aus Trauben, die bei mindestens minus 7 Grad Celsius am Stock gefroren geerntet und sofort gepresst werden. Das Wasser bleibt dabei als Eiskristall in der Presse zurück, übrig bleibt ein hochkonzentrierter, kristallklarer Most mit lebendiger Säure.
Ausbruch
Der Ausbruch ist eine burgenländische Spezialität, vor allem aus Rust am Neusiedlersee bekannt. Er liegt qualitativ zwischen Beerenauslese und Trockenbeerenauslese und entsteht aus überwiegend edelfaulen, teils eingetrockneten Trauben.
Trockenbeerenauslese
Die höchste Prädikatsstufe: Die Beeren sind am Stock fast vollständig zu Rosinen eingetrocknet, meist durch Botrytis. Der Ertrag ist extrem gering, die Weine dafür von einzigartiger Konzentration, Süsse und jahrzehntelangem Lagerpotenzial – Raritäten der österreichischen Weinkultur.
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