Ein Auf und Ab im Weinjahr 2020 in der Wachau

Das Weinjahr 2020 in der Wachau

Ende März 2020 legten sich zwei Frostphasen über die Wachau. Die Minustemperaturen verlangsamten die Entwicklung der Reben. Der Austrieb verzögerte sich, begann erst rund um das Osterwochenende am 11. und 12. April und liess somit eine positive, nicht zu frühe Reifeentwicklung erwarten. Die Blüte zog sich von der ersten bis in die dritte Juniwoche. Sonnige Wochen wechselten sich im Juli und August mit kurzen Regenschauern ab. Die Reben entwickelten sich bestens. 

Am 22. August traf ein Unwetter die Wachau – walnussgrosse Hagelkörner richteten in Spitz katastrophale Schäden an. aber auch Rossatz-Arnsdorf, Mautern und Dürnstein bleiben nicht verschont. 

Durch kompromisslose Selektionsarbeit konnten dennoch gute Qualitäten erzielt werden. Im Vergleich mit dem Ausnahme Jahrgang 2019 liegen die Alkoholgradationen wieder in den gewohnten Bereichen und die Säure ist wieder ein Tick straffer.

Überzeugende Verordnung Wachau DAC

Ab dem Jahrgang 2020 gilt auch für die Wachau eine DAC Verordnung. Diese neue Regelung, die ein Gemeinschaftswerk der ansässigen Winzer ist, hat das Ziel, die Ideale der Wachauer Produktionsweise (Handlese, Vinifikation der Weine im Gebiet etc) auch gesetzlich festzuhalten. Ausserdem wurde damit der Herkunftsschutz verbessert und ebenso mehr Struktur in die Vielfalt der Wachauer Sorten und Herkünfte gebracht.

Folgerichtig schlägt sich das auch auf die Etikett durch die Nennung von DAC nach dem Gebietsnamen nieder: WachauDAC. Die Verwendung des Begriffs „Wachau“ ist für Weine ausserhalb der neuen Regelung grundsätzlich nicht mehr möglich. Nähere Informationen zum WachauDAC finden Sie im Anhang oder auch unter www.ik-wachau.at.

Auf eine Orientierung über die Stilistik der Weine muss aber trotzdem nicht verzichtet werden: unsere bewährten Begriffe Steinfeder®, Federspiel® und Smaragd® geben weiterhin darüber Auskunft, ob ein Wein leicht und frisch oder vollmundig komplex zu erwarten ist.

Weingut Emmerich Knoll

Kurzer Rückblick: Der Jahrgang 2019 hatte dem Weingut Emmerich Knoll viele top Bewertungen und Auszeichnungen eingebracht u.a.

James Suckling: Top 100 Wines of Austria
1. Rang: Riesling Ried-Schütt 2019 – 100 Punkte
21. Rang: Grüner Veltliner Ried-Schutt 2019 – 97 Punkte

Bedauerlicherweise hat der Hagel vom 22. August 2020 auch die Lagen des Weinguts Knoll gestreift/getroffen.  Dementsprechend ergab die Weinlese deutlich geringere Menge an Trauben, welche den hohen Qualitätsansprüchen entsprachen. Unter anderem wird es darum nun leider vom Jahrgang 2020 keinen Grünen Veltliner Vinothekfüllung geben. Emmerich Knoll meinte kürzlich zum 2020er: Die Grünen Veltliner sind generell ein wenig schlanker und die Rieslinge weisen eine präzisere und etwas straffere Säure als die Weine des Jahrgangs 2019 auf. Wir dürfen gespannt bleiben, wie sich der Jahrgang 2020 bis zu der Lieferung im Oktober weiterentwickelt.